Schulgesetze: ERPI-LehrerInnen fordern Schutz des Religionsunterrichts

Religionsunterricht entspricht gesamtgesellschaftlichem Interesse

Gallneukirchen (epd Ö) Die Forderung, „dass bestimmte Grundpfeiler des österreichischen Schulsystems vor Beliebigkeit und Willkür in der Tagespolitik geschützt bleiben sollen“, hat die Frühjahrskonferenz der Akademischen LehrerInnen des Evangelischen Religionspädagogischen Instituts (ERPI) erhoben. In einer Stellungnahme vom 7. März fordern die in Gallneukirchen tagenden LehrerInnen den Wunsch nach einer differenzierten Diskussion der Reformschritte im Schulbereich.

Im Blick auf den vorliegenden Gesetzesentwurf zur Abschaffung der parlamentarischen Zweidrittelmehrheit im Bereich des Schulwesens äußern die LehrerInnen die Befürchtung, „dass der Religionsunterricht zum Spielball von Parteipolitik und zur Tauschware im Geschäft der Mehrheitsfindung werden könnte, wenn er hinkünftig nicht mehr durch eine parlamentarische Verfassungsmehrheit gesichert wäre“. Die Religionslehrer betonen: „Es geht uns nicht darum, jegliche Veränderung im Schulwesen grundsätzlich zurückzuweisen.“ Vielmehr bestehe die Notwendigkeit, Neuerungen auch in Gesetzesform gießen zu können. Das sei in der Vergangenheit durch das Erfordernis der Zweidrittelmehrheit immer wieder behindert worden.

In der Stellungnahme wird allerdings festgehalten, der Religionsunterricht sei integrativer Bestandteil des österreichischen Bildungssystems und leiste einen wesentlichen Beitrag zur Werterziehung und Sozialisation der Heranwachsenden aller Schularten und Schulstufen. Insbesondere trage er auch „zur Identitätsfindung innerhalb der konfessionellen Vielfalt“ bei. Daher entspreche der Schutz des Religionsunterrichts, insbesondere der kleineren Religionsgesellschaften, einem gesamtgesellschaftlichen Interesse und bedürfe einer besonderen Absicherung.

ISSN 2222-2464