Schönborn: Reformationsjubiläum gemeinsam begehen

Erster ökumenischer Empfang als ÖRKÖ-Vorsitzender: Beim traditionellen Ökumene-Treffen im Wiener Erzbischöflichen Palais stellte Lothar Pöll (re.) am Dienstagabend die Schwerpunkte der ökumenischen Arbeit vor. Kardinal Christoph Schönborn hofft, dass die Kirchen das Reformationsjubiläum 2017 gemeinsam begehen werden. (Foto: epd/Uschmann)
Erster ökumenischer Empfang als ÖRKÖ-Vorsitzender: Beim traditionellen Ökumene-Treffen im Wiener Erzbischöflichen Palais stellte Lothar Pöll (re.) am Dienstagabend die Schwerpunkte der ökumenischen Arbeit vor. Kardinal Christoph Schönborn hofft, dass die Kirchen das Reformationsjubiläum 2017 gemeinsam begehen werden. (Foto: epd/Uschmann)

Ökumenischer Empfang des Wiener Erzbischofs

Wien (epdÖ) – Kardinal Christoph Schönborn hofft, dass die Kirchen das Reformationsjubiläum 2017 gemeinsam begehen werden. Es gelte, gemeinsam Zeugnis von Christus abzulegen „vor einer Welt, die nicht versteht, warum die Kirchen getrennt sind“, sagte Schönborn beim traditionellen Ökumenischen Empfang am Dienstag, 21. Jänner, im Wiener Erzbischöflichen Palais. Gekommen waren Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen in Österreich, darunter der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker und der orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis, Landessuperintendent Thomas Hennefeld, Synodenpräsident Peter Krömer, aus dem Oberkirchenrat Hannelore Reiner und Karl Schiefermair, Superintendentialkuratorin Inge Troch und die Superintendenten Hansjörg Lein und Paul Weiland. Kurz vor Ende des Empfangs traf direkt aus Brüssel Außenminister Sebastian Kurz ein, der auch in der neuen Bundesregierung die Integrationsagenden verantwortet. Der Empfang stand auch im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Bürgerkriegs in Syrien. Er hoffe sehr, so Schönborn, dass die Syrien-Konferenz in der Schweiz konkrete Friedensschritte bringen werde. Am Empfang nahmen auch Vertreter der Freikirchen teil, die im vergangenen Jahr staatlich anerkannt wurde. Die Anerkennung sei ein „wichtiger Schritt für das christliche Miteinander“, sagte Schönborn.

Der neue Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), der methodistische Superintendent Lothar Pöll, bekräftigte in seinem Statement einmal mehr die Forderung der Kirchen, den 27. Jänner (Auschwitz-Befreiung) auch in Österreich zum offiziellen Gedenktag für die Opfer des Holocaust zu erklären. Als aktuelle Schwerpunkte der Ökumene nannte Pöll das Projekt „Sozialwort 10+“, hier gelte es, die Aktualität „neu zu entdecken“, die Vernetzung mit ökumenischen Arbeitskreisen und Foren in den Bundesländern und die Stellungnahme zu gesellschaftspolitschen Themen.

Eröffnet wurde der Ökumenische Empfang heuer mit einem Gottesdienst in der Wiener Deutschordenskirche. Weihbischof Stephan Turnovszky sagte in seiner Predigt, dass die christliche Verkündigung letztlich nur dann glaubwürdig sei, wenn die Kirchen nicht länger getrennt sind, sondern eine „Einheit in Vielfalt“ bilden. Eine solche Einheit müsse alle Grundvollzüge des kirchlichen Lebens umfassen: Liturgie, Verkündigung und Diakonie.

ISSN 2222-2464