Schönborn: Aufeinander hören und von einander lernen

Bischof Michael Bünker, Metropolit Arsenios Kardamakis und Kardinal Christoph Schönborn (v.l.) im Gespräch beim Ökumenischen Empfang in Wien. (Foto: epdÖ/M.Uschmann)
Bischof Michael Bünker, Metropolit Arsenios Kardamakis und Kardinal Christoph Schönborn (v.l.) im Gespräch beim Ökumenischen Empfang in Wien. (Foto: epdÖ/M.Uschmann)

Ökumenischer Empfang bei Wiener Erzbischof

Wien (epdÖ) – „Aufeinander hören und von einander zu lernen, was es heute heißt, Christ zu sein“ sei in der Ökumene wichtiger als die Suche nach messbaren Fortschritten, sagte Kardinal Christoph Schönborn beim traditionellen ökumenischen Empfang am 22. Jänner in Wien. Papst Benedikt XVI. habe diesen Gedanken beim letzten Schülerkreis, dem auch Schönborn angehört, formuliert. Der Papst „sei nicht nur begeistert von der Ökumene, der Dialog stagniert aus seiner Sicht“, berichtete der Wiener Erzbischof.
Er selbst sei froh, dass in Österreich rund 85 Prozent der Menschen getauft seien, auch wenn dies natürlich nicht bedeute, dass alle davon einer Kirche angehören würden. Die sinkende Anzahl von Katholikinnen und Katholiken in Österreich und ganz besonders in Wien sehe er mit Sorge, betonte Schönborn. Gleichzeitig freue er sich aber über die Vielfalt unterschiedlicher christlicher Kirchen in Österreich und sei Dankbar für das Wachstum der altorientalischen Kirchen und Ostkirchen.

Schönborn äußerte sich auch zu den evangelikalen Kirchen und Freikirchen. Die römisch-katholische Kirche befürworte das Verfahren zur Anerkennung dieser Gemeinden als staatlich anerkannte Religionsgesellschaft, sagte er vor den Gästen des ökumenischen Empfangs, zu dem neben Vertreterinnen Vertreter der christlichen Kirchen auch Repräsentanten der Freikirchen gekommen waren. Vorangegangen war dem Empfang eine gemeinsame Andacht in der lutherischen Stadtkirche, die Pfarrerin Ines Knoll gemeinsam mit Bischof Michael Bünker gestaltete.

ISSN 2222-2464