Schlagfertig im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten

Diakonie-Präsident Roland Siegrist (re) und der Direktor der Diakonie Michael Chalupka bei der Feier anlässlich ihres 20-jährigen Amtsjubiläums (Foto: epd/M. Uschmann)
Diakonie-Präsident Roland Siegrist (re) und der Direktor der Diakonie Michael Chalupka bei der Feier anlässlich ihres 20-jährigen Amtsjubiläums (Foto: epd/M. Uschmann)

Diakonie-Direktor Michael Chalupka und Präsident Roland Siegrist feierten ihr 20-jähriges Amtsjubiläum

Wien (epdÖ) – Seit 20 Jahren engagieren sich Michael Chalupka und Roland Siegrist für die Diakonie Österreich. Die Feier zum runden Amtsjubiläum stellten der Direktor und der Präsident am Donnerstagabend, 18. September, unter den Titel „Hoffnungsträger“. Die beiden Jubilare betonten dabei, auch in Zukunft ein schlagfertiges Duo im Kampf gegen Armut, soziale Ungerechtigkeiten und für den Schutz von Minderheiten bilden zu wollen.

Zum Amtsjubiläum hatte sich Chalupka ein Gespräch mit seinem „Lieblingsschriftsteller“ Karl Markus Gauß gewünscht. Dabei entdeckte Chalupka gemeinsame Wurzeln. Wie bei Gauß kommen auch Chalupkas Großeltern aus der Gegend um Novisad, dem heutigen Serbien. Einig waren sich der Diakonie-Direktor und der bekannte Salzburger Autor und Essayist darin, dass Europa auch in Zukunft ein Kontinent der Diversität sein werde. Gerade durch das Zusammenspiel seiner unzählbaren Anzahl an Ethnien und Kulturen werde Europa zu dem, was es ist, so der Tenor. Chalupka erinnerte an die „offenen Grenzen und offenen Herzen“ von 1989. Seit damals sei „wieder einiges zugegangen“. Die Flüchtlingshilfe, die bereits seit 1945 Teil der Arbeit der Diakonie ist, stehe heute mehr denn je im Fokus. Bisher habe die Diakonie-Flüchtlingshilfe über 80.000 Menschen in Syrien helfen können. Dies sei allerdings nur ein „Tropfen auf dem heißen Stein“ angesichts der Millionen Menschen auf der Flucht.

Karl Markus Gauß bemerkte, dass durch die Ära des Neoliberalismus in den letzten 20 Jahren „bestimmte Themen, die vorher tabu waren, jetzt common sense sind“. Viele Themen würden nur mehr „ökonomistisch wahrgenommen“: „Dass der Neoliberalismus in die Gefühlswelt eingesickert ist, ist ein massives Problem“, so der Autor, der aus seinen Arbeiten über nationale Minderheiten und Ethnien mehrere „Hoffnungsträgergeschichten“ mitgebracht hatte.

Im Rahmen der Feier im Wiener Albert Schweitzer Haus trat auch die Theatergruppe „chong“ auf, deren Mitglieder Jugendliche mit Fluchterfahrung sind. Die Gruppe zeigte Ausschnitte des mit der Schauspielerin Hilde Dalik einstudierten Stücks „Romeo und Julia – Freestyle“. Außerdem wurde den Jubilaren jeweils ein Porträtbild überreicht, gemalt von Künstlern der Diakonie de La Tour in Klagenfurt.

Mit Chalupka und Siegrist feierten zahlreiche Repräsentanten aus dem Bereich der Kirchen, der Politik und des Sozialwesens, darunter u.a. der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld und der methodistische Superintendent und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich Lothar Pöll, Oberkirchenrätin Hannelore Reiner und Oberkirchenrat Karl Schiefermair, Sozialminister Rudolf Hundstorfer, die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Ulrike Lunacek, Nationalratsabgeordneter Franz-Joseph Huainigg und die Bundessprecherin der Grünen Eva Glawischnig, die Wiener Stadträtin Sonja Wehsely und Stadtrat Christian Oxonitsch.

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ISSN 2222-2464