Sauer: „So wird Integration bei uns nie gelingen“

Flüchtlinge wünschen sich "ein Leben in Sicherheit, Arbeit, eigene vier Wände. Und keine Angst mehr vor einer möglichen Abschiebung", sagte der Kärntner Superintendent Manfred Sauer. Foto: epd / M. Uschmann
Flüchtlinge wünschen sich „ein Leben in Sicherheit, Arbeit, eigene vier Wände. Und keine Angst mehr vor einer möglichen Abschiebung“, sagt der Kärntner Superintendent Manfred Sauer. Foto: epd / M. Uschmann

Superintendent kritisiert Ablehnungsfront gegen Asylwerber in Kärnten

Villach (epdÖ) – Empörung und Besorgnis lösen beim Kärntner Superintendenten Manfred Sauer etliche Meldungen aus den evangelischen Pfarrgemeinden aus, wonach insbesondere Iranern und Iranerinnen im Asylverfahren erster Instanz eine breite Front an Ablehnung und Untergriffigkeit entgegenschwillt.

„Leben in Sicherheit, Arbeit, eigene vier Wände. Das ist das, was sich jüngere Flüchtlinge wünschen“, erklärt Sauer. „Und keine Angst mehr vor einer möglichen Abschiebung in die alte Heimat, wo man massivster Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt sein könnte.“ Manche Beobachter sprechen, so Sauer, sogar von einer neuen Christenverfolgung. Die Abschiebungsangst und das monatelange Warten seien zermürbend, sie begleiteten die Betroffenen Tag und Nacht.

Sauer berichtet: „Diese jungen Flüchtlinge, die großteils in Unterkärnten untergebracht sind, sind Mitglieder der Evangelischen Kirche, haben ein Jahr Taufunterricht mit Prüfung hinter sich und die Hoffnung, einen lebenswerten Aufenthalt in Österreich vorfinden zu können.“

„In der Pfarrgemeinde Völkermarkt etwa haben sich in den letzten drei Jahren über 30 Asylsuchende, hauptsächlich aus dem Iran, taufen lassen und sind in die Evangelische Kirche eingetreten. Sie bringen sich dort mit ihren Begabungen aktiv in der Pfarrgemeinde ein, gestalten die Gottesdienste mit, musizieren und helfen auch bei den diversen Gemeindeveranstaltungen ehrenamtlich tatkräftig mit. Acht von ihnen, die vor kurzem in Kärnten das Interview hatten, haben nun einen Negativbescheid erhalten und verstehen die Welt nicht mehr. Die meisten sprechen fließend Deutsch, haben sich auch in anderen Einrichtungen sozial engagiert und bewusst entschieden, in Kärnten zu bleiben und nicht nach Wien zu gehen. Sie zeigen große Integrationsbereitschaft und wären mit ihren Erfahrungen und Begabungen sicher für unsere Gesellschaft eine enorme Bereicherung. Es ist unverständlich und erschütternd, wie mit diesen Menschen verfahren wird“, heißt es in einer Aussendung der Evangelischen Kirche Kärnten-Osttirol.

Auch die ZIB 2 vom Dienstag, 11. Juni, berichtet über dieses Thema.

ISSN 2222-2464