Sauer ruft zu Solidarität mit Flüchtlingsfamilie auf

Die Stimme für die Schwachen zu erheben, ist für Manfred Sauer eine Frage christlicher Verantwortung (Bildnachweis: epd/M.Uschmann)
Die Stimme für die Schwachen zu erheben, ist für Manfred Sauer eine Frage christlicher Verantwortung (Bildnachweis: epd/M.Uschmann)

Kärntens Superintendent Manfred Sauer startet Unterschriftenaktion

Klagenfurt (epdÖ) – „Das Schicksal der Kosovarin Sheriden B. und ihres Sohnes Lirim hat mich sehr betroffen“, erklärt der evangelische Superintendent der Diözese Kärnten/Osttirol, Manfred Sauer. Über die Geschichte der Familie wurde vor wenigen Tagen in der „Kärntner Tageszeitung“ berichtet. Mutter und Sohn, die vor sechs Jahren unter dramatischen Umständen nach Kärnten flüchten mussten, sollen in den Kosovo abgeschoben werden. Gegen den endgültigen Behördenbescheid startet Superintendent Sauer jetzt eine Unterschriftenaktion. In den kommenden drei bis vier Wochen soll bei Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen auf das Schicksal der beiden aufmerksam gemacht und Unterschriften für ihren Verbleib gesammelt werden.

„In christlicher Verantwortung haben wir die Verpflichtung, uns auf die Seite der Schwächsten zu stellen und unsere Stimme zu erheben, wenn wir überzeugt sind, dass hier, menschlich gesehen, großes Unrecht geschieht“, schreibt Sauer in seinem „Aufruf zur Solidarität und zum zivilen Widerstand“, der allen Pfarrgemeinden übermittelt wurde. Es sei „beschämend und skandalös“, dass eine Mutter mit ihrem Sohn, die sich in den vergangenen sechs Jahren vorbildlich integriert hätten, abgeschoben werden sollen. Hier müsse die Kirche ein positives Signal setzen, ist Sauer überzeugt.

Von der Aktion selbst erhofft er sich einen Nachdenkprozess. „Es wäre schon ein sensationelles Ergebnis, wenn diese Unterschriftenaktion zu einem Umdenkprozess führen würde“, sagt Sauer gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. „Es wird immer gesagt, die Bevölkerung teile die harte Linie in der Asylfrage. Mit dieser Aktion möchte ich zeigen, dass die Bevölkerung in konkreten Fällen, wo Flüchtlinge auch ein Gesicht bekommen, eine andere Haltung einnimmt.“

ISSN 2222-2464