Salzburger Festspiele: Spiritueller Auftakt zu „Transfiguration“

Im Rahmen der Salzburger Festspiele widmet sich die Vortragsreihe "Disputationes" den Leitbegriffen "Glauben", "Staunen", "Denken" und "Hoffen". Foto: wikimedia/joergsam
Im Rahmen der Salzburger Festspiele widmet sich die Vortragsreihe "Disputationes" den Leitbegriffen "Glauben", "Staunen", "Denken" und "Hoffen". Foto: wikimedia/joergsam

Disputationes-Vortragsreihe setzt religiöse Akzente

Salzburg (epdÖ) – Die Salzburger Festspiele (21. Juli bis 30. August) setzen zum Beginn ihres sommerlichen Opern-, Konzert- und Theaterreigens erneut einen religiösen Akzent: Im Rahmen der „Ouverture spirituelle“ findet vom 21. bis 25. Juli die Vortragsreihe „Disputationes“ statt, eingebettet in ein dazu passendes Konzertprogramm. Nachdem in den vergangenen Jahren der Fokus auf einer bestimmten Religion mit ihren künstlerischen und spirituellen Facetten lag, habe man nun mit „Transfiguration“ ein abstrakteres Leitthema gewählt, kündigte das für die Durchführung zuständige Herbert-Batliner-Europainstitut an.

Jeweils ein Tag der Disputationes ist dem „Glauben“, dem „Staunen“, dem „Denken“ und dem „Hoffen“ gewidmet. Zuvor macht am Abend des 21. Juli eine Lesung von Franz Morak den Auftakt. „Poetiken der Verwandlung“ stehen auf dem Programm, wofür Texte aus der Weltliteratur zum „Zyklus des Werdens und Vergehens“, zum „menschlichen Dasein und seiner Verwandlung“ sowie auch über das „Schauen und Hören in anderen Sphären“ ausgesucht wurden. Die Grußworte sprechen Ex-Vizekanzler und Batliner-Instituts-Präsident Erhard Busek sowie Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, die musikalische Umrahmung bildet passenderweise eine Solooboen-Vertonung von Ovids „Metamorphosen“ aus der Feder von Benjamin Britten.

Am Samstag, 22. Juli, ist „Glauben“ gemeinsamer Kern der Vorträge. Passend zum Reformationsjubiläum wird Bischof Michael Bünker über die „Reformation als Transformation der einen Kirche“ sprechen, ehe der Mathematiker Rudolf Taschner über „Woran glauben?“ und der Salzburger Fundamentaltheologe Gregor Maria Hoff über „Spiritualität – ohne Gott“ an der Reihe sind.

Zum Schlagwort „Staunen“ kommen am Sonntag, 23. Juli, der Tübinger katholische Theologe Karl-Josef Kuschel über das „Fehlen Gottes“, der Intendant Giovanni Netzer über die „Bühne als Ort der Transzendenz“ und der Grazer Kunsthistoriker und katholische Theologe Johannes Rauchenberger über Religion in der Gegenwartskunst zu Wort.

Um das „Denken“ geht es am Montag, 24. Juli. Die evangelisch-reformierte Theologin und Philosophin Christina Aus der Au stellt dabei Überlegungen über „Erkenntnis in Wissenschaft und Glauben“ an. Der Astrophysiker Franz Kerschbaum bringt weiters unter dem Titel „Über uns nur Himmel?“ Gedanken zu Astronomie, Weltbild und Religion, ehe der Quantenphysiker Anton Zeilinger darüber spricht, inwiefern die Beziehung von Naturwissenschaft und Religion von Konflikt oder Kongruenz gekennzeichnet ist.

Hoffnung ist der „Boden der Spiritualität“, so der Titel des Vortrags der Philosophin Hanna Gerl-Falkovitz am Abschlusstag, 25. Juli, der dem Thema „Hoffen“ gewidmet ist. Ihr Fachkollege Konrad Paul Liessmann spricht gleich im Anschluss über das „Danach“ und den Umgang mit Endlichkeit. An jedem der Tage münden die Vorträge nach einer Kaffeepause in eine moderierte Gesprächsrunde der ReferentInnen.

Begleitet werden die Disputationes von einem musikalischen Programm. Höhepunkt ist dabei die Aufführung von „Lux aeterna“ von György Ligeti sowie von „La Transfiguration de Notre Seigneur Jésus-Christ“ von Olivier Messiaen durch das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Kent Nagano.

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ISSN 2222-2464