Rudolf Prokschi übernimmt ÖRKÖ-Vorsitz von Thomas Hennefeld

Der neue ÖRKÖ-Vorstand (v.l.): Erich Leitenberger, Nicolae Dura, Thomas Hennefeld, Rudolf Prokschi, Ingrid Bachler, Esther Handschin und Patrick Curran. Foto: epd/Uschmann
Der neue ÖRKÖ-Vorstand (v.l.): Erich Leitenberger, Nicolae Dura, Thomas Hennefeld, Rudolf Prokschi, Ingrid Bachler, Esther Handschin und Patrick Curran. Foto: epd/Uschmann

Neuer Vorstand mit Funktionsperiode bis 31. Dezember 2022

Wien (epdÖ) – Mit neuem Vorsitzenden und neuem Vorstand ist der Ökumenische Rat der der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) ins neue Jahr gestartet. Den Vorsitz des Ökumene-Gremiums hat der römisch-katholische Theologe und Domdekan Rudolf Prokschi vom reformierten Landessuperintendenten Thomas Hennefeld übernommen, der das Amt seit 1. Jänner 2017 innehatte. Hennefeld fungiert in Zukunft gemeinsam mit dem rumänisch-orthodoxen Bischofsvikar Nicolae Dura als einer von zwei Stellvertretern. Schatzmeister ist der anglikanische Kanonikus Patrick Curran, als sein Stellvertreter fungiert der koptisch-orthodoxe Priestermönch Lukas Daniel. Als Schriftführerin gehört die methodische Pastorin Esther Handschin dem Vorstand an, ihre Stellvertreterin ist die evangelisch-lutherische Oberkirchenrätin Ingrid Bachler. Dem Vorstand gehört weiters auch – als Pressesprecher – Erich Leitenberger an. Die Funktionsperiode des Vorstands dauert bis 31. Dezember 2022.

Der Bereich von Flucht und Asyl werde wohl ein Themenfeld sein, in dem die Kirchen in Österreich auch künftig ein besonders waches Auge auf die politische bzw. gesellschaftspolitische Entwicklung in Österreich werfen müssen, betonte der neue Vorsitzende Prokschi in einem auf der Website des ÖRKÖ (www.oekumene.at) veröffentlichten Interview. Er hob die gesellschaftspolitische Relevanz der Kirchen hervor, die sich freilich nicht nur in den Kirchenleitungen zeige, sondern etwa auch in den verschiedenen karitativen kirchlichen Institutionen.

„Luft nach oben“, bei politischem Bewusstsein für Kirchenanliegen

Prokschi ortete bei den politisch Verantwortlichen durchaus die Bereitschaft, die Stimmen der Kirchen wahrzunehmen, freilich gebe es noch genug Luft nach oben, „vor allem dann, wenn der Wahlkampf wieder vorbei ist“. Intensivieren will der neue Vorsitzende in den kommenden Jahren das Gespräch und die Zusammenarbeit mit dem Judentum aber auch mit dem Islam, für den christlichen Bereich vor allem auch mit den Freikirchen, wie er sagte.

Prokschi meinte, dass es in der Ökumene in den vergangene Jahren und Jahrzehnten durchaus Fortschritte gegeben habe, zumindest seien viel Freundschaften entstanden und die gegenseitige Wertschätzung habe deutlich zugenommen. Freilich räumte er auch ein, „dass es Vielen viel zu langsam vorangeht“. Zugleich müsse man aber auch bedenken, „dass andere in den Kirchen mit Ökumene nach wie vor recht wenig anfangen können“.

Herzensthema: Konfessionsverbindende Ehen

Ein ökumenisches Thema, dass dem neuen ÖRKÖ-Vorsitzenden besonders am Herzen liegt, sind die konfessionsverschiedenen bzw. -verbindenden Ehepaare. Immer weniger junge Menschen würden sich überhaupt noch zur Ehe entschließen, „und wenn dann zwei, die verschiedenen Kirchen angehören, sich für den Bund der Ehe entschließen, dann müssen wir sie dabei unterstützen und ihnen nicht auch noch von Seiten der Kirchen das Leben schwer machen“. Prokschi schwebt vor, dass der ÖRKÖ gemeinsam mit den Kirchenleitungen eine Art Rahmenordnung mit Richtlinien für konfessionsverschiedene Paare erarbeitet, damit weder die Seelsorger noch die Paare im luftleeren Raum agieren müssen. Damit würde wohl auch so einiges, was derzeit ohnehin schon Praxis sei, auch formal abgesegnet, mutmaßt Prokschi. Er sei zuversichtlich, dass man bei der Erarbeitung einer solchen Rahmenordnung in nächster Zeit einen Schritt vorankommen könne.

Zur Person Rudolf Prokschi

Der aus Asparn an der Zaya stammende Prokschi hatte von 2004 bis 2018 er an der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät Patrologie und Ostkirchenkunde gelehrt und die Fakultät in dieser Zeit u.a. als Vizedekan und als Vorstand des Instituts für Theologie und Geschichte des christlichen Ostens geprägt. Prokschi ist Vizepräsident der Stiftung „Pro Oriente“ und Obmann des Vereins „Pro Oriente – Gesellschaft zur wissenschaftlichen Erforschung der ökumenischen Beziehungen“, sowie Vorsitzender der Wiener Diözesankommission für ökumenische Fragen. Parallel zur wissenschaftlichen Tätigkeit war und ist Prokschi als Seelsorger und in der geistlichen Begleitung im Einsatz.

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ISSN 2222-2464