Religionsunterricht in Wien gefährdet

Evangelische Kirchenleitung „besorgt“ über Entwicklung an Wiener Pflichtschulen

Wien, 2. September 2004 (epd Ö) „Wir sind besorgt über die Entwicklung des Religionsunterrichts an Pflichtschulen in Wien“, sagte der evangelisch-lutherische Oberkirchenrat Hon. Prof. Dr. Michael Bünker am Donnerstag, 2. September, in einer Pressekonferenz in Wien. Die Existenz des Religionsunterrichts sei an einigen Schulen „schlicht gefährdet“, so das Mitglied der Kirchenleitung. Grund für diese Gefährdung des evangelischen Religionsunterrichts „sind Sparmaßnahmen seitens des Wiener Stadtschulrats.“ Konkret sei geplant, zwei Religionslehrerstellen im kommenden Schuljahr nicht wieder zu besetzen. In den vergangenen Jahren habe die Evangelische Kirche die Sparmaßnahmen „in angemessenem Rahmen“ mitgetragen. Nun aber werde diese „Grenze des Angemessenen“ überschritten. Um rund zweieinhalb Prozent sei die SchülerInnenzahl in den vergangenen zehn Jahren in Wien zurückgegangen, „Religionsstunden gibt es im selben Zeitraum aber um über 23 Prozent weniger.“ Die Probleme für den Religionsunterricht hätten allein organisatorische Gründe: Religionsstunden werden zunehmend nicht nur jahrgangsübergreifend sondern auch schulübergreifend angeboten. Damit werde der evangelische Religionsunterricht an den Rand gedrängt. Die Stunden könnten oft nur mehr am Nachmittag angeboten werden, die SchülerInnen müssten für den Religionsunterricht einen längeren Weg zu einer anderen Schule zurücklegen. Diese Faktoren, so Bünker, bewegen viele Eltern zur Abmeldung ihres Kindes vom Religionsunterricht. Wenn nun weiterhin linear eingespart werde, „merken wir Minderheitskirchen das zuerst.“ Natürlich betreffe das auch die anderen anerkannten Religionsgesellschaften.

ISSN 2222-2464