Reiner: Freier Sonntag ist eine Form von Menschenwürde

Oberkirchenrätin Hannelore Reiner bei der Präsentation des Kalenders für das Jahr 2013 der "Allianz für den freien Sonntag" in Wien. (Im Bild mit Franz Georg Brantner und Rudolf Kaske, Foto: epd/M.Uschmann)
Oberkirchenrätin Hannelore Reiner bei der Präsentation des Kalenders für das Jahr 2013 der "Allianz für den freien Sonntag" in Wien. (Im Bild mit Franz Georg Brantner und Rudolf Kaske, Foto: epd/M.Uschmann)

„Allianz für den freien Sonntag“ präsentierte Kalender für 2013

Wien (epdÖ) – Mit Bildern von Menschen, die am Sonntag arbeiten müssen, ist der Kalender für das Jahr 2013 der „Allianz für den freien Sonntag“ illustriert. Die Bilder, die während eines EU-geförderten Fotoworkshops in Wien entstanden sind, sollen daran erinnern, dass auch in Österreich viele Menschen an Sonn- und Feiertagen arbeiten müssen.

„Der Mensch braucht einen Rhythmus. Ein gemeinsamer freier Tag in der Woche ist auch eine Form von Menschenwürde“, sagte Oberkirchenrätin Hannelore Reiner bei der Präsentation des Kalenders am 12. November in einer Wiener Buchhandlung. Für sie selbst sei der Sonntag als Tag für den Gottesdienst und die Familie sehr wichtig. Aus eigener Erfahrung wisse sie aber, wie schwer es manchmal sein kann, die ganze Familie am Sonntag zu versammeln. Obwohl der Evangelischen Kirche der Sonntag heilig sei, gäbe es auch im kirchlichen Bereich viele Menschen, die am Sonntag arbeiten müssen, etwa in den Pflegeheimen der Diakonie oder im evangelischen Krankenhaus. „Uns ist es aber ganz wichtig, dass die Sonntagsarbeit auf ein Minimum reduziert und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht unnötig ausgedehnt wird.“ Wünschenswert sei es, so Reiner, wenn auch in den Bereichen, wo sonntags gearbeitet wird, etwas von der Besonderheit dieses Wochentags zu spüren ist. Das Feiern des Gottesdienstes am Sonntagvormittag als Pfarrerin sieht Reiner für sich übrigens nicht als Arbeit an, diese geschehe während der Vorbereitung in den Tagen davor. Auch wenn sie am Sonntag gerne in ein Kaffeehaus oder ins Kino gehe, könne sie nicht nachvollziehen, warum Menschen am Sonntag die Lust verspüren, einkaufen zu gehen. „Ich finde es traurig, dass das Einkaufszentrum immer mehr zum Treffpunkt von Familie und Freunden wird“, betonte die Oberkirchenrätin.

Der Einsatz der „Allianz für den freien Sonntag“ sei heute wichtiger denn je, davon zeigte sich Rudolf Kaske, Vorsitzender der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida und Vizepräsident der Arbeiterkammer Österreich, überzeugt. Kritik übte er an Richard Lugner, der in Wien ein Einkaufszentrum betreibt und seit Jahren für eine Öffnung seines Zentrums am Sonntag kämpft. Wie am 12. November bekannt wurde, will Lugner vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) sowie vor die EU-Kommission ziehen, um eine Gesetzänderung zu erzwingen. Franz Georg Brantner, Sprecher der Allianz, versicherte, dass die Initiative dafür eintrete, dass die Menschen am Sonntag weniger arbeiten müssten. Mit dem neuen Kalender wolle man dieses Engagement sichtbar machen.

Die „Allianz für den freien Sonntag“ Österreich setzt sich für den Schutz des freien Sonntags ein und will ein öffentliches Bewusstsein für den gesellschaftlichen Wert gemeinsamer freier Zeit schaffen. Der am 2.10.2001 gegründeten Allianz gehören über 50 Mitglieder an: Organisationen aus Zivilgesellschaft, Kirchen, Gewerkschaften und neun Bundesländer-Allianzen. Die „Allianz für den freien Sonntag“ Österreich ist Gründungsmitglied der „Europäischen Sonntagsallianz“. Der Kalender 2013 kann bei ta.eo1571646731sk@zn1571646731ailla1571646731sgatn1571646731nos1571646731 bestellt werden und kostet 10 Euro pro Stück.

ISSN 2222-2464