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Reformierter Oberkirchenrat bestürzt über Irving-Einladung in ungarische Pfarrgemeinde

Hennefeld: „Schlag ins Gesicht“ der reformierten Gemeinschaft

Wien (epd Ö) – „Die Tatsache, dass einer der umtriebigsten Geschichtsfälscher Europas ein kirchliches Forum erhält, ist ein Schlag ins Gesicht der reformierten Gemeinschaft. Das ist umso schmerzlicher, da sich dieser Vorfall in einer mit uns befreundeten Nachbarkirche ereignete.“ Das erklärte der Oberkirchenrat der reformierten Kirche in Österreich, Mag. Thomas Hennefeld, gegenüber epd Ö. Hennefeld zeigte sich „bestürzt“, dass der ungarische reformierte Pfarrer Loránt Hegedüs jr. den britischen Holocaust-Leugner David Irving am Montag, 12. März, als Vortragsredner in seine Kirche eingeladen hatte.

 

„Die Menschen, die den Völkermord an den europäischen Juden leugnen, verhöhnen damit nicht nur die Opfer, vielmehr sind es dieselben, die auch heute Antisemitismus und Rassismus schüren und damit eine Bedrohung für Juden sowie alle ethnischen und religiösen Minderheiten darstellen“, betont Hennefeld. Es sei „unerträglich, dass sich Repräsentanten einer reformierten Kirche mit einem Gedankengut identifizieren, gegen das die europäische reformierte Kirchenfamilie konsequent ankämpft, und das in krassem Widerspruch zur reformierten Tradition und Geisteshaltung steht, nämlich in einem klaren Bekenntnis zum Einsatz für Minderheits- und Menschenrechte und einer scharfen Ablehnung aller rassistischen und antisemitischen Tendenzen, denen wir mit Entschlossenheit entgegentreten müssen.“

 

Am Abend des ungarischen Nationalfeiertages (15. März) kam es in Budapest zu gewalttätigen Demonstrationen rechtsextremer Gruppen gegen die Regierung. Ein Teil der Rechtsextremisten wurde von dem reformierten Pfarrer Loránt Hegedüs jr. angeführt.

ISSN 2222-2464