Reformierte: Schwere Bedenken gegen „The Passion“

Evangelische Kirche H.B.: „Sadomasochistischer Werbefilm für Antisemitismus“

Wien, (epd Ö) „Schwere Bedenken“ hat die Evangelische Kirche H.B. in Österreich gegen Mel Gibsons Film „The Passion of the Christ“. wie es in einer Stellungnahme der Reformierten Kirche heißt. Sie teile mit „vielen Kirchen die Sorge, dass mit diesem Film „Gewalt auf sadomasochistische Weise verherrlicht“ und Antisemitismus geschürt werde. Der Film verkünde „Unversöhnlichkeit und Hass, und nicht die Liebe und das Evangelium“ und stelle das Leiden Jesu „fast schon genießerisch dar“. Erlösung und Versöhnung „geschehen nach christlicher Überzeugung nicht durch Gewalt, sondern durch Gottes Ja in der Auferweckung des Gekreuzigten, die Gewalt überwindet“, heißt es in der Stellungnahme vom 10. März, die vom reformierten Landessuperintendenten HR Mag. Peter Karner und von Oberkirchenrat Hon.Prof. Dr. Michael Bünker, Mitglied des Oberkirchenrates A. und H.B., verfasst wurde.

Kirchen müssen Stimme erheben gegen Antisemitismus

Die Kirchen müssten ihre Stimme erheben, „wenn dem Antisemitismus Vorschub geleistet werde, „dies ist mit ´The Passion´ zweifellos der Fall“. Der Film setze jene „schrecklichen theologischen Irrtümer“ fort, die Kirchen in eine jahrhundertelange Judenfeindschaft verstrickt haben und sie „mitschuldig werden ließen an der Shoah“. Mel Gibson vertrete in „The Passion“ einen katholischen Fundamentalismus, der geeignet sei, „antisemitische Vorurteile zu fördern“.

ISSN 2222-2464