Militärseelsorge: Ökumenischer Gottesdienst in Salzburg

Militärpfarradjunkt und Militärlektor Walter Woschitz im Gespräch mit einem wachhabenden Grundwehrdiener während des Assistenzeinsatzes an der Grenze im Burgenland. Foto: Evangelische Militärsuperintendentur
Militärpfarradjunkt und Militärlektor Walter Woschitz im Gespräch mit einem wachhabenden Grundwehrdiener während des Assistenzeinsatzes an der Grenze im Burgenland. Foto: Evangelische Militärsuperintendentur

Sichtbare ökumenische Zusammenarbeit

Salzburg (epdÖ) – Die Militärseelsorge leistet seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur Einheit und ist ein Beispiel „gelebter Ökumene“ im Bundesheer. Das war der Tenor bei einem ökumenischen Festgottesdienst der Evangelischen und der Katholischen Militärseelsorge am Dienstag, 31. Jänner, in der Stiftskirche St. Peter in Salzburg anlässlich des 500-Jahr-Jubiläums der Reformation. Der Ort wurde nicht zufällig gewählt. So war Luthers Beichtvater, Johann von Staupitz, ab 1522 Abt des Klosters. Unter dem Thema „Freiheit und Verantwortung – 500 Jahre Reformation“ bildete der Gottesdienst den Auftakt der Evangelischen Militärseelsorge zum Gedenkjahr.

„Die Reformation ist gemeinsames Erbe und Auftrag von Evangelischer und Katholischer Kirche“, sagte der evangelische Militärsenior Michael Lattinger, der den erkrankten Militärsuperintendenten Karl-Reinhart Trauner vertrat, in seiner Begrüßung. Neben evangelischen und katholischen Militärgeistlichen aus ganz Österreich nahmen aus der Ökumene der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, der orthodoxe Militärseelsorger Alexander Lapin sowie der Erzabt von St. Peter, Korbinian Birnbacher, an dem Gottesdienst teil.

Der römisch-katholische Militärbischof Werner Freistetter betonte in seiner Predigt die Wichtigkeit der Gemeinschaft der christlichen Konfessionen. „Natürlich gibt es Unterschiede und manchmal auch Unverständnis, auf die Suche nach der Wahrheit können wir uns aber nur gemeinsam begeben“, zeigte sich der Bischof überzeugt. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, sich Unzulänglichkeiten und Fehler einzugestehen. Dies bedeute allerdings nicht, sich ein gegenseitiges „Blanko-Schuldbekenntnis“ auszustellen, sondern sich gemeinsam auf die Suche zu begeben.

Als sichtbares Zeichen guter ökumenischer Zusammenarbeit bezeichnete Freistetter das gemeinsame Wirken aller Militärseelsorger im Bundesheer. Als besonderes Beispiel nannte er in diesem Zusammenhang den ethischen und religiösen Unterricht, den die Militärseelsorger aller Konfessionen anbieten. „Die Förderung der Bildung war ja auch eines der zentralen Anliegen Martin Luthers“, so der Militärbischof. Die Militärseelsorge wolle die Soldatinnen und Soldaten in ihrem Einsatz für Frieden, Freiheit und Sicherheit begleiten und Ansprechpartner in ethischen und religiösen Fragestellungen sein.

Hinweis: Dem Thema Militärseelsorge widmet sich auch die „SAAT – Evangelische Zeitung für Österreich“ in ihrer Februar-Ausgabe.

ISSN 2222-2464