Reaktionen zu den Anschlägen in Norwegen

Bischof Bünker: Tiefe Anteilnahme; Foto: wikmedia, Johannes Groedem
Bischof Bünker: Tiefe Anteilnahme; Foto: wikmedia, Johannes Groedem

Anteilnahme und Aufruf zum Gebet seitens der Kirchen

Oslo/Wien (epdÖ) – Die Bischöfe der christlichen Kirchen in Norwegen haben nach den beiden Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utöya mit mindestens 91 Todesopfern den Angehörigen der Ermordeten und allen Verletzten ihre tiefe Anteilnahme ausgesprochen. Die Evangelisch-lutherische Kirche, der mehr als 80 Prozent der NorwegerInnen angehören, rief zum Gebet auf. Die Gotteshäuser stünden offen für alle Menschen, die Gemeinschaft und Trost suchten, sagte Bischöfin Helga Haugland Byfuglien. Byfuglien zeigte sich „schockiert“ über die Anschläge, insbesondere auf das Jugendlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation Norwegens. Die jungen Leute hätten dort Gemeinschaft und Freude gesucht. Dass Jugendliche von einem Attentäter erschossen werden an einem Ort, an dem sie ihr Demokratieverständnis entwickeln, sei beinahe unbegreiflich, betonte die Bischöfin. Junge Menschen und Erwachsene seien Opfer „sinnloser Gewalt“ geworden, so die oberste Bischöfin der Norwegischen Kirche in einer ersten Reaktion. In ihrer „großen Trauer und Verzweiflung“ sei er mit ihnen und ganz Norwegen im Gebet verbunden, betonte der katholische Bischof von Oslo, Bernt Eidsvig, in einer ersten Stellungnahme.

Bünker: Tiefe Erschütterung über diesen Ausbruch von Gewalt

„Ich stehe mit einer tiefen Erschütterung vor diesem Ausbruch von Gewalt“, sagte der evangelisch-lutherische Bischof, Michael Bünker, gegenüber epdÖ. „Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen, Freunden und Bekannten der Opfer“, so der Bischof, der zum Gebet und zur Solidarität mit den Menschen in Norwegen aufrief.

„Norwegen erlebt ein beispielloses und entsetzliches Ausmaß der Gewalt gegen unschuldige Menschen.“ Das hat der Generalsekretär des weltweiten Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der norwegische Pastor Olav Fykse Tveit, nach dem Doppelanschlag betont. Er sei schockiert über die Gewalt in seinem Heimatland, teilte Tveit am Samstagvormittag in einer Aussendung mit.

Am frühen Freitagabend hatte ein laut Behörden wahrscheinlich allein handelnder Attentäter in Polizeiuniform in dem Sommercamp der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF mindestens 84 Jugendliche mit Schusswaffen getötet. Bei einer Bombenexplosion zwei Stunden zuvor im Osloer Regierungsviertel, die ebenfalls dem festgenommenen 32-Jährigen zugeschrieben wird, starben sieben Menschen.

 

ISSN 2222-2464