Rampler: Gegen den „Mantel des Vergessens“

Ausstellung in Neufeld/Leitha zeigt Kinderzeichnungen aus dem KZ Theresienstadt

Neufeld/Leitha (epd Ö) – „Es ist notwendig, eine Sensibilisierung gegen den Faschismus zu wecken.“ Das sagte Vizebürgermeisterin Beate Sinowatz bei einer Pressekonferenz anlässlich der Ausstellung „Zeichne, was du siehst – Kinderzeichnungen aus Theresienstadt“ am 26. März in Neufeld/Leitha. Die Leiterin des Kulturausschusses von Neufeld erklärte: „Niemand kann sich vor der zunehmenden Radikalisierung und dem Rassismus in unserer Gesellschaft verschließen.“ Sinowatz erläuterte, die Ausstellung, die Zeichnungen der 12-jährigen in Theresienstadt inhaftierten Helga Weissovà-Hoškovà zeigt, werde von einem pädagogischen Konzept für den Schulunterricht begleitet.

Dass die Frage „Wie hätte ich mich damals verhalten sollen?“ in der Pädagogik eine zunehmende Rolle spielen wird, darauf verwies auch der Leiter der Evangelischen Akademie Eisenstadt, Senior Dr. Herbert Rampler, auf der Pressekonferenz. Rampler warnte davor, über die Vorgänge des Jahres 1938 „den Mantel des Vergessens“ zu breiten, und betonte, die Zeichnungen Weissovà-Hoškovàs seien die einzige authentische künstlerische Darstellung der Vorgänge im Lager Theresienstadt. In diesem Fall seien diese Vorgänge „durch die Augen eines Kindes“ erfasst. Rampler berichtete auch, bei der Eröffnung der Ausstellung am 6. April werde die Zeitzeugin Helga Weissovà-Hoškovà anwesend sein.

Die Ausstellung „Zeichne, was du siehst – Kinderzeichnungen aus Theresienstadt“, die vom Kulturausschuss der Stadtgemeinde Neufeld/Leitha und der Evangelischen Akademie Eisenstadt veranstaltet wird, ist zu sehen vom 6. bis 20. April im Kulturzentrum Dr. Fred Sinowatz in Neufeld/Leitha, Donnerstag bis Freitag 16 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 9 bis 12 Uhr und 16 bis 20 Uhr (für Gruppen auch außerhalb der Öffnungszeiten).

ISSN 2222-2464