Radio-Tipp: „Erinnerungen eines Protestanten“

„Motive“: Ulrich Trinks über seinen Weg mit der Kirche

Wien (epd Ö) – Am 29. Mai 2008 ist der langjährige Leiter der Evangelischen Akademie Wien, Ulrich Trinks, im Alter von 78 Jahren gestorben. Durch sein kirchliches und gesellschaftspolitisches Engagement in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde er zu einem Symbol des „Laien-Protestantismus“ in Österreich.

Trinks hat sich über seine Kirche hinaus in der Erwachsenenbildung sowie durch sein entschiedenes Eintreten gegen Rassismus und Antisemitismus einen Namen gemacht. Ulrich Trinks, der studierte Historiker, wurde 1984 mit dem Staatspreis für Erwachsenenbildung und 1990 mit dem Dr.-Karl-Renner-Preis ausgezeichnet. 1990 verlieh ihm die Comenius-Fakultät der Universität Prag für sein jahrzehntelanges Eintreten für den ökumenischen Ost-West-Dialog das Ehrendoktorat in Theologie. Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker sagte bei der Beerdigung: „Gerade als ein empörter Christ und Zeitgenosse war Ulrich Trinks engagiert im Aufbauen, ja ein Vorbild des Konstruktiven. Er baute an Beziehungen, an Freundschaften, ein Leben lang, am liebsten über Grenzen hinweg, die die anderen noch für unüberwindlich hielten, er baute an Schule, Bildung, am christlich-jüdischen Dialog, an Gerechtigkeit im weltweiten Horizont, und immer wieder an seiner Kirche, die er sehr geliebt haben muss, so heiß wie sein Zorn manchmal brannte.“

In einem Gespräch für die „Motive“ erzählte Ulrich Trinks vor einem Jahr von seinem Engagement, aber auch seinen Konflikten in der Evangelischen Kirche. Die von Martin Gross und Adalbert Krims gestaltete Sendung ist am Sonntag, 13. Juli, um 19.05 Uhr auf Ö 1 zu hören.

ISSN 2222-2464