Psalmen-„Klassiker“ erscheint in neuer Bearbeitung

Psalter von Matthias Jorissen in der Bearbeitung von Peter Karner und Josef Dirnbeck wird am 29. November in der Reformierten Stadtkirche in Wien musikalisch präsentiert

Wien (epd Ö) – Die Neubearbeitung eines evangelischen Psalmen-„Klassikers“ wird am Sonntagabend, 29. November, in Wien präsentiert. Das im Verlag Evangelischer Presseverband herausgegebene Buch „Die Psalmen“ basiert auf einer Nachdichtung des niederländischen reformierten Pfarrers, Kirchenliederdichters und Goethe-Zeitgenossen Matthias Jorissen (1739-1823); neu bearbeitet wurden seine Lieder vom früheren evangelisch-reformierten Landessuperintendenten Peter Karner und dem burgenländischen katholischen Autor Josef Dirnbeck.

Bei der musikalischen Präsentation des neu bearbeiteten Psalmengesangbuchs um 18 Uhr in der Reformierten Stadtkirche (1010 Wien, Dorotheergasse 16) wirken u.a. der lutherische Bischof Michael Bünker, der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld, der Präsident der Generalsynode, Peter Krömer, und Oberkirchenrätin Hannelore Reiner mit. Für die musikalische Gestaltung sorgen unter der Leitung von Matthias Krampe der Albert Schweitzer Chor, Martin Horn und ein Jazzensemble.

Das Psalmengesangbuch umfasst erstmals den vollständigen Psalter in der Fassung von Matthias Jorissen. Jorissen wurde 1739 als Sohn eines Kaufmanns in Wesel am Niederrhein geboren und war ein Verwandter des ebenfalls bedeutenden Kirchenlieddichters und Mystikers des reformierten Pietismus, Gerhard Tersteegen. Ab 1769 wirkte er als Pfarrer in niederländischen Gemeinden, von 1782 bis 1819 als Prediger der deutschen Gemeinde in Den Haag.

Jorissen schuf für die Melodien des „Genfer Psalters“ eine neue sprachlich modernere Psalmenbearbeitung, zugleich bemühte er sich um besondere Nähe zum biblischen Text. Seine „Neue Bereimung der Psalmen“ erschien 1798 und wurde von den reformierten Gemeinden anstelle des bis dahin gebräuchlichen „Lobwasser-Psalters“ angenommen. Jorissen ist auch als Textdichter zahlreicher Kirchenlieder im Evangelischen Gesangbuch (EG) in Erinnerung.

Die beiden Bearbeiter Karner und Dirnbeck haben laut eigener Aussage streng darauf geachtet, „kein Wort zu verwenden, das nicht auch Jorissen verwendet hätte“. Sie verstanden ihre behutsame Adaptierung als Tätigkeit von „Restauratoren, die verblasste und brüchig gewordene Stellen eines alten Bildes so ausbessern, dass am Ende das Gemälde in neuer Frische vor Augen steht“.

Das 270 Seiten umfassende Gesangbuch ist mit rotem oder blauem Leineneinband mit Goldprägung versehen und zum Preis von 22,80 Euro im Evangelischen Presseverband (Tel. 01/712 54 61; ta.gn1508686549ave@v1508686549pe1508686549) oder im Online-Shop auf evang.at erhältlich. Ab Dezember kann das Gesangbuch auch über den Buchhandel bezogen werden.

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ISSN 2222-2464