Partnerkirche Presbyterian Church of Sudan (PCOS)

Gemeinsam mit mission21 engagiert sich der Evangelische Arbeitskreis für Weltmission (EAWM) in Österreich in der Flüchtlings-, Frauen- und Jugendarbeit im Sudan.

Der Sudan ist in einer entschiedenen Übergangsphase: Das Friedensabkommen zwischen den kämpfenden Armeen des Sudans und der Befreiungsorganisation des Südens hatte 2005 den Boden geebnet zu „freien und fairen Wahlen“ im April 2010 und einen historisch bedeutsamen Volksentscheid im Januar 2011 über den Verbleib oder die Trennung des Südsudans von der Republik Sudan nach einem 21 Jahre währenden Bürgerkrieg und einer 6 Jahre währenden Interimsperiode. Nun wird der Südsudan am 09.07.2001 seine langersehnte und mehrheitlich beschlossene Unabhängigkeit erklären und bricht damit zu neuen Ufern auf.

Tausende von intern „Umgesiedelten“ und externen Flüchtlingen sind, von großen Hoffnungen angetrieben, in Bewegung auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Mit der wenigen Habe machen sie sich auf in ihre „alte“ Heimat. Sie suchen nach einem Stück Land auf dem sie ihre Hütte bauen können, sie suchen nach fruchtbarem Boden, um die Ernte vorzubereiten und sie suchen nach Arbeit, um sich auf dem lokalen Markt zu verdingen. Längst blüht und gedeiht die Vetternwirtschaft und Korruption und nicht alle bekommen „etwas vom Kuchen“ ab, vielmehr stellen sich mehr und mehr Verteilungskämpfe in dem erdölproduzierenden Land ein. Staatliche Einkommensförderung des produzierenden Gewerbes wird zu Gunsten ausländischer Großinvestitionen zurückgefahren.

Vor allem die Frauen treiben die Wiederansiedelungen voran, da sie ihren anreisenden Angehörigen gemäß sudanesischem Gastrecht Speisen und Getränke, Schlafstelle und familiäre Sicherheit gewähren.

Die Frauen- und Jugendbeauftragte des Nationalen Kirchenrates verbindet ihre Arbeit mit den Frauen in den Mitgliedskirchen und lokalen Frauengruppen. Manchen von uns wird noch Mrs. Elizabeth Nyawok Ajak bekannt sein. In der Presbyterianischen Kirche des Sudans wagte sie den Brückenschlag von der traditionellen Kirche in die Moderne.

Mit unserer Hilfe werden Frauen und junge Leute in ihrem ökumenischen Zusammenhalt bestärkt. Sie organisieren sich in Produktionsgemeinschaften und Kooperativen und erheben ihre Stimme gegen offene Gewalt. Sie erheben ihre Stimme gegen die Ausgrenzung im Arbeits- und Berufsleben und in Politik und Kirche. „Wir dürfen nicht entscheiden, haben aber die Konsequenzen auszubaden?“ melden sich kritische Rednerinnen aus der regionalen ökumenischen Frauenkonferenz im Monat Mai dieses Jahres.

Erneut eine Zeit des Umbruches, eine Zeit in der wir auf unsere Schwestern und Brüder in der weltweiten Kirche angewiesen sind. „Lasst uns von einander lernen, so wir alle begreifen und verstehen, wie wohl Gott uns ist“, so Carolina Ayoo (Vorsitzende Region Equatoria Frauen).

Gunda Stegen
Sudan

 

Zur Geschichte der Presbyterian Church of Sudan

Die PCOS geht auf die 1902 von US-amerikanischen Presbyterianern im Sudan begonnene Missionsarbeit zurück. Als der Sudan 1956 unabhängig wurde, brach ein Bürgerkrieg aus, in dem sich die schwarzafrikanischen Völker des Südsudan gegen eine Politik der zunehmenden Marginalisierung, Arabisierung und Islamisierung wehrten. Obwohl 1963 alle Missionare ausgewiesen wurden, verzeichnete die Kirche weiterhin einen großen Zuwachs. Seit 1974 bestehen partnerschaftliche Beziehungen zwischen mission21 und der PCOS, die auch während des Bürgerkriegs nie unterbrochen wurden. Seit April 2008 hat die Kirche eine neue, einheitliche Kirchenleitung und hat sich dezentralisiert, um den Menschen an der Basis noch näher zu sein. Gegenwärtig muss sich die Kirche auf die bevorstehende Teilung des Landes einstellen.

 

Gebetsanliegen:

  • Für einen friedlichen Übergang des Südens in die Unabhängigkeit.
  • Für die Mitarbeiterinnen der Frauenarbeit und ihr Engagement für die Friedens- und Versöhnungsarbeit im Süden.