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Projekt „Evangelisches Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum Toleranzbethaus Fresach“ wird Teil der Kärntner Landesausstellung 2011

Sauer: „Positive Möglichkeit, auf evangelisches Leben aufmerksam zu machen“

Bad Bleiberg (epd Ö) – „Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt eine große Strahlkraft hat und damit evangelische Identität, Geschichte und Zukunft transportiert werden können. Es ist eine positive Möglichkeit, auf das Evangelischsein wieder aufmerksam zu machen.“ Das erklärte der Kärntner Superintendent Manfred Sauer zum Projekt einer Neugestaltung des Evangelischen Diözesanmuseums in Fresach und seiner Einbeziehung in die Kärntner Landesausstellung 2011.

Wie Sauer vor der Kärntner Superintendentialversammlung in Bad Bleiberg am 25. April mitteilte, sei das Museum sanierungsbedürftig und die Präsentation der Exponate nicht mehr zeitgemäß. Das Ziel, auch die Jugend auf museumspädagogischem Weg anzusprechen, werde damit nicht erreicht.

Der Superintendent berichtete, dass das neue Projekt „Evangelisches Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum Toleranzbethaus Fresach“ durch einen im März gefassten Beschluss der Kärntner Landesregierung, für die Finanzierung in den kommenden Jahren aufzukommen, ermöglicht worden sei. Projektträger sei eine von der Diakonie Kärnten gegründete Evangelische Diözeanmuseum-GmbH.

Bünker: Neues Interesse an Geschichte und Leben unserer Kirche

Als „einmalige Gedenkstätte der Geschichte unserer Kirche“ hat der lutherische Bischof Michael Bünker das Projekt bezeichnet. Neben der Geschichte dokumentiere das Ausstellungszentrum auch die „Frömmigkeit der Evangelischen in diesem Land“, so der Bischof vor den Delegierten der Superintendentialversammlung. Ohne Bewusstsein über die Herkunft gebe es keine Zukunft. Das Museum zeige „wirklich außergewöhnliche“ Exponate, die seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts gesammelt wurden. Bünker erinnerte in diesem Zusammenhang an die Verdienste des früheren Bischofs Oskar Sakrausky, der das Museum in Fresach aufgebaut hatte. Mit der Einbeziehung in die Kärntner Landesausstellung 2011 werde auch deutlich, „dass der Protestantismus in Kärnten immer eine besondere Rolle gespielt hat“.

Das Projekt, das von einer großen Mehrheit der Delegierten der Superintendentialversammlung begrüßt wurde, umfasst ein in der Größe von 400 Quadratmetern geplantes Museum, das 2,2 Millionen Euro kosten soll. Der Finanzierungsplan sieht unter anderem vor, dass 100.000 Euro von den Kärntner evangelischen Pfarrgemeinden und 50.000 Euro von der Gesamtkirche aufgebracht werden. Für die Landesausstellung ist auch eine große internationale Leihgabenausstellung geplant.

In seinem Bericht über die Tätigkeiten und Entwicklungen innerhalb der Kärntner Diözese räumte Sauer ein: „In all unseren Bemühungen, das Evangelium zu verkünden und an einer lebendigen Kirche zu bauen, gibt es auch immer wieder die Erfahrung des Scheiterns.“ Besonders schmerzlich könne es sein, „wenn beim Aufbau der Gemeinde unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen und auch im persönlichen Umgang Konflikte nicht zu vermeiden sind“. Der Superintendent betonte: „Unser Zusammenleben kann nur dort gelingen, wo auch wir die Bereitschaft aufbringen, einander zu vergeben.“ In diesem Zusammenhang dankte Sauer „allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Kirche, die sich auch im vergangenen Jahr wieder mit großem Idealismus und enormem Einsatz engagiert und eingebracht haben“.

ISSN 2222-2464