Pröll würdigt Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Land

(v.l.:) Superintendent Weiland, Diözesanbischof Küng, Kardinal Schönborn und Landeshauptmann Pröll. Bild: NLK Kaufmann
(v.l.:) Superintendent Weiland, Diözesanbischof Küng, Kardinal Schönborn und Landeshauptmann Pröll. Bild: NLK Kaufmann

Ökumenisches Mittagessen im niederösterreichischen Landhaus

St. Pölten (epd Ö) – Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll und die Repräsentanten der Evangelischen und der Römisch-katholischen Kirche haben am Dienstag, 30. November, beim traditionellen ökumenischen Mittagessen im Landhaus das gut funktionierende Miteinander von Kirchen und Land gewürdigt. Landeshauptmann Pröll sprach vor den Bischöfen, dem Superintendenten und den Äbten von der „selbstverständlichen und natürlichen Zusammenarbeit“, die das Verhältnis zwischen Kirchen und Land seit langem präge. Angesichts der Diskussion etwa über das Kreuz in öffentlichen Räumen sei es wichtig, dass „alle zusammenstehen und klar Flagge zeigen“, so der Landeshauptmann wörtlich.

In einer durch hohe Geschwindigkeit dominierten Zeit brauche es Konstanten, nicht einen „Wandel der Werte“, sondern einen „Wandel mit Werten“. Wo die „Diktatur der Zahlen alle Menschlichkeit hinwegschwemmt“, blieben viele Menschen auf der Strecke. Diese Situation stelle Kirchen und Land gemeinsam vor große Herausforderungen. Pröll sprach sich dafür aus, mit dem historischen Erbe so umzugehen, „dass auch die nächsten Generationen etwas davon haben“. Die kirchlichen Denkmäler sind für den Landeshauptmann nicht nur „Zeugen der Geschichte“, sondern „Oasen der Ruhe und Besinnung“.

Geprägt war die traditionelle ökumenische Begegnung vom wechselseitigen Dank für die gute Kooperation. Zur Zusammenarbeit gehöre auch „ein intensiver Diskurs“ und „das Schauen auf die positiven geistlichen Ressourcen“, wie es in den katholischen und evangelischen Pfarrgemeinden bzw. in den Stiften praktiziert werde, betonte Kardinal Schönborn. Mit Blick auf die großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen brauche es auch Wahrhaftigkeit und nicht nur das Schielen auf den „kleinen, kurzfristigen Vorteil“. „Es tut gut, einander die Wahrheit in Liebe zu sagen“, das habe gerade auch die Kirche in diesem Jahr erfahren, sagte der Kardinal.

Weiland: „Nicht Vergeltung, sondern Vergebung“

Superintendent Paul Weiland, der gemeinsam mit Senior Karl-Jürgen Romanowski an der Begegnung teilnahm, erinnerte in seiner Ansprache an die christlichen Grundwerte. „Nicht Vergeltung, sondern Vergebung“ helfe im Zusammenleben. Dass das ökumenische Mittagessen erstmals im Advent stattfand, sei ein „Symbol und Signal dafür, dass unser Land geprägt ist von der christlichen Tradition und der Verankerung in den Wurzeln des Christen-tums“. Der Superintendent erwähnte in diesem Zusammenhang das Edikt von Nikomedia, das im Jahr 311 das eigentliche Ende der Christenverfolgungen im Römischen Reich markierte. Möglicherweise, so Weiland, seien bereits 308 in Carnuntum „entscheidende Weichen“ dafür gestellt worden. Im kommenden Jahr, 1700 Jahre nach Nikomedia, soll nun unweit von Carnuntum in Hainburg die neue evangelische Kirche fertiggestellt werden. Die von Stararchitekt Wolfgang Prix konzipierte Kirche bezeichnete Weiland als „Wahrzeichen und Wahrhaftigkeitszeichen“. In diesem Zusammenhang dankte Weiland dem Landeshauptmann für die wichtige Unterstützung und Begleitung des Landes Niederösterreich bei der Realisierung des Projekts. Weiland zeigte sich auch erfreut, dass ab Jänner 2011 die Pfarrgemeinde Mistelbach Teil der Superintendenz Niederösterreich wird.

ISSN 2222-2464