15.01.2022

Pflicht zur Hilfe

Michael Chalupka über die Notwendigkeit, weltweit zu impfen

"Die WHO hat wiederholt gewarnt und die industrialisierten Länder dazu aufgerufen, mehr zur Bekämpfung der weltweiten Pandemie beizutragen. Geschehen ist wenig." Foto: pixabay

Michael Chalupka über die Notwendigkeit, weltweit zu impfen

„Es brauche eine Pflicht zur Hilfsbereitschaft mit den Ländern des Südens, um es christlich auszudrücken“, hat der bekannte Wissenschaftsjournalist und Fernsehstar Ranga Yogeshwar in einer Diskussion zur Impfpflicht gesagt. Das Omikronvirus sei das erste Mal in Südafrika detektiert worden, möglicherweise ist es auch in Afrika mutiert. In Weltgegenden also, in denen die Impfrate sehr niedrig ist, „nicht weil sich die Menschen nicht impfen lassen wollen, sondern weil ihnen der Impfstoff vorenthalten wird“. Die WHO hat wiederholt gewarnt und die industrialisierten Länder dazu aufgerufen, mehr zur Bekämpfung der weltweiten Pandemie beizutragen. Geschehen ist wenig. Die Versäumnisse des fehlenden Impfschutzes in den Ländern des Südens wirken auf die Länder des Nordens zurück.

Warum aber meint Ranga Yogeshwar, die Forderung nach Gerechtigkeit für die Länder des Südens sei christlich motiviert? „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!“, heißt das zentrale Gebot im Judentum, wie im Christentum. In knappster Form ist hier gesagt, dass es einfach nicht möglich ist, nur sich selbst zu lieben oder zu schützen. Wenn daraus nicht auch die Liebe zum Nächsten und die Sorge um den Schutz des Anderen entspringt, dann funktioniert auch der Selbstschutz nicht. Das gilt für den Einzelnen wie für die Menschheit. Denn wir sind miteinander verbunden als Bürgerinnen und Bürger dieser einen Welt.

ISSN 2222-2464

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Schlagworte

Chalupka | Coronavirus | Impfung

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