Pfarrerinnen und Pfarrer besuchten Kreuzstadl in Rechnitz

Christine Teuschler: Lebendiges Erinnern ermöglichen

Mörbisch (epd Ö) – „Ich möchte dazu beitragen, dass man über dieses Massaker an rund 180 Zwangsarbeitern im April 1945 redet und nicht schweigt“, sagte Dr. Christine Teuschler, Vorstandsmitglied von RE.F.U.G.I.U.S. (Rechnitzer Flüchtlings- und Gedächtnisinitiative) in einem Gespräch mit epd Ö am 26. August im Rahmen der PfarrerInnentagung in Mörbisch. „Ich selber habe etwa in der Schule nie etwas da-rüber gehört“, so die Rechnitzerin. Es gebe so viele Heldenehrungen und Heldendenkmäler, „aber an die Opfer wird kaum gedacht, geschweige denn, dass Gedenkstätten errichtet werden“. RE.F.U.G.I.U.S. will den Kreuzstadl, in dessen Nähe die 180 Menschen ermordet wurden, als „Gedenkstätte für alle Opfer des so genannten Südostwalls der Nationalsozialisten erhalten“. Die Geschäftsführerin der burgenländischen Volkshochschulen hatte am Dienstagabend bei der PfarrerInnentagung den Film „Totschweigen“, der den Massenmord zum Thema hat, anmoderiert. „Es geht uns bei RE.F.U.G.I.U.S. auch darum, lebendiges Erinnern zu ermöglichen. Ein Denkmal ist gut, aber mit Symposien und Diskussionen errichten wir ein lebendiges Mahnmal.“ Bis heute sind die Leichen der ermordeten Zwangsarbeiter nicht gefunden. „Wir suchen weiter danach, aber es gibt einfach keine Hinweise auf die Grabstelle.“

Die TeilnehmerInnen der PfarrerInnentagung, die unter dem Thema „Auf dem Weg der Umkehr“ steht, besuchten am 27. August die Gedenkstätte Kreuzstadl. Weitere Informationen über RE.F.U.G.I.U.S und den Kreuzstadl unter www.refugius.at.

ISSN 2222-2464