Petra Grünfelder ist neue Jugendpfarrerin für Österreich

Segenswünsche für die neue Jugendpfarrerin Petra Grünfelder (re.), hier durch die Delegierten der Evangelischen Jugend H.B. Alice Neugebauer und Milena Heussler. Im Hintergrund Oberkirchenrätin Gerhild Herrgesell und Bischof Michael Bünker. Foto: EJÖ/Hoffleit
Segenswünsche für die neue Jugendpfarrerin Petra Grünfelder (re.), hier durch die Delegierten der Evangelischen Jugend H.B. Alice Neugebauer und Milena Heussler. Im Hintergrund Oberkirchenrätin Gerhild Herrgesell und Bischof Michael Bünker. Foto: EJÖ/Hoffleit

Amtseinführung in Wien-Neubau

Wien (epdÖ) – Nach langen Jahren der Vakanz übernimmt Petra Grünfelder die Agenden der gesamtösterreichischen Jugendpfarrerin innerhalb der Evangelischen Jugend Österreich (EJÖ). Am Sonntag, 13. November, wurde die aus Bad Goisern stammende Theologin durch Bischof Michael Bünker und Landessuperintendent Thomas Hennefeld in der Auferstehungskirche in Wien-Neubau feierlich in ihr Amt eingeführt. Als Assistentin wirkte die für den Bereich der evangelischen Jugendarbeit zuständige Oberkirchenrätin Gerhild Herrgesell. Als Jugendpfarrerin ist Grünfelder Seelsorgerin für die MitarbeiterInnen der EJÖ, gesamtösterreichische Ansprechpartnerin für den Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und arbeitet bei österreichweiten Schulungen und Jugendveranstaltungen mit. Darüber hinaus ist das Bearbeiten gesellschaftspolitischer Fragestellungen ein wichtiger Teil ihrer Tätigkeit.

Landessuperintendent Hennefeld wertete es in seiner Ansprache als „besonderes Zeichen“, dass nach vielen Jahren der Vakanz eine ausgebildete Seelsorgerin mit vielfältigen Qualifikationen – so hat Grünfelder neben Evangelischer Theologie auch Kultur- und Sozialanthropologie studiert – sich in die Gestaltung evangelischer Jugendarbeit einbringt. Dabei gehe es auch darum, jungen Menschen politisches Bewusstsein nahezubringen, um sie so in ihrer Mündigkeit zu stärken, sagte der Landessuperintendent.

Oberkirchenrätin Gerhild Herrgesell zeigte sich erfreut, dass nicht nur die Stelle im Jugendpfarramt wieder besetzt ist, sondern erstmals in der Geschichte von einer Frau wahrgenommen wird. Die Beziehung der Evangelischen Jugend in Österreich zur Kirchenleitung sei oft von Krisen geprägt gewesen – Herrgesell erinnerte hier an den legendären Konflikt um die Zeitschrift „Anstoß“ in den späten 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Heute hingegen könnten beide Seiten auf eine „solide und tragfähige“ Basis der Zusammenarbeit bauen, so die Oberkirchenrätin.

Dass die neue Jugendpfarrerin das geistliche Element in der Arbeit der Evangelischen Jugend Österreich stärken werde, hofft deren Vorsitzender, Ulrich Böheim. In Zeiten, in denen oft das Trennende vorherrsche, stehe die EJÖ für das Verbindende. Ein besonderes Anliegen sei der Schutz der Kinder. Mit der Kinderschutzrichtlinie und der damit verbundenen Schulung von MitarbeiterInnen könne dies in die Praxis umgesetzt werden.

Glück- und Segenswünsche kamen von zahlreichen MitarbeiterInnen der Evangelischen Jugend, aber auch von Partnerinnen und Partnern aus dem öffentlichen Leben. Ein Segenswort sprach auch einer der Vorgänger Grünfelders im Jugendpfarramt, Ernst Gläser. Er prägte das Jugendpfarramt in den konfliktreichen 1960er Jahren.

Julia Herr, Vorsitzende der Bundesjugendvertretung, würdigte das Engagement der Evangelischen Jugend im Dachverband der Kinder- und Jugendorganisationen. Ziel der gemeinsamen Arbeit sei es, „für jedes Kind in Österreich da zu sein“, unabhängig davon, wo es geboren wurde. Ökumenische Glückwünsche überbrachte Bettina Heilig von der Katholischen Jugend, während ein Vertreter der Muslimischen Jugend daran erinnerte, dass in Zeiten der Unsicherheit das gemeinsame Engagement etwa in der Flüchtlingshilfe die Jugendorganisationen verbinde. Stolz auf die gebürtige Bad Goiserin zeigte sich auch Bürgermeister Peter Ellmer, der ebenfalls an der Amtseinführung teilnahm. Musikalisch gestalteten den Gottesdienst Judith Bachkönig (Gesang, Gitarre) begleitet von Tobias Zimmermann am Klavier und Tunga Kosellek (Klavier).

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ISSN 2222-2464