Karfreitag: Petition an Nationalratspräsidenten Sobotka übergeben

32.000 Unterschriften als Zeichen für den "großen Unmut" unter den Evangelischen: Bei der Übergabe der Petition (v.l.) Landessuperintendent Thomas Hennefeld, Synoden-Vizepräsidentin Gisela Malekpour, Bischof Michael Bünker, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Oberkirchenrat Karl Schiefermair. Foto: Parlamentsdirektion/Zinner.
32.000 Unterschriften als Zeichen für den "großen Unmut" unter den Evangelischen: Bei der Übergabe der Petition (v.l.) Landessuperintendent Thomas Hennefeld, Synoden-Vizepräsidentin Gisela Malekpour, Bischof Michael Bünker, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Oberkirchenrat Karl Schiefermair. Foto: Parlamentsdirektion/Zinner.

Bischof Bünker: „Offenes und vertrauensvolles Gespräch“ – „Unterschriften sind Zeichen für großen Unmut“ – Petition läuft weiter

Wien (epdÖ) – Eine Petition mit derzeit knapp 32.000 Unterschriften für einen freien Karfreitag für alle ist von Vertreterinnen und Vertretern der Evangelischen Kirche an den ersten Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP) übergeben worden. Bei dem Treffen am Donnerstag, 28. März, im Parlament bekräftigte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker noch einmal die Forderung der evangelischen Kirchen, den Karfreitag als Feiertag für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich einzuführen: „Die jetzige Regelung stößt bei den Evangelischen auf großen Unmut und diese 32.000 Unterschriften sind ein Zeichen dafür“, sagte Bünker gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Das Gespräch mit Nationalratspräsident Sobotka sei „offen und vertrauensvoll“ gewesen und habe Richtungen aufgezeigt, in denen das Gespräch fortgeführt werden könne. Jedenfalls zeige die Diskussion, „dass das Gesamtthema der religiösen Feiertage ein sehr umstrittenes und emotionalisiertes ist und es eine gute Form des Gesprächs mit allen braucht, die daran Interesse haben.“ Gegen die derzeitige Regelung prüfe die Evangelische Kirche zurzeit rechtliche Schritte.

Reges Medieninteresse nach dem Gespräch mit dem Nationalratspräsidenten. Foto: epd/Uschmann
Reges Medieninteresse nach dem Gespräch mit dem Nationalratspräsidenten. Foto: epd/Uschmann

Die Vizepräsidentin der evangelische Synode und niederösterreichische Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour, die die Online-Petition gemeinsam mit dem Kärntner Superintendenten Manfred Sauer initiiert hatte, zeigte sich erfreut über die starke Resonanz: „Wir sind freudig überrascht, dass so viele unterschrieben und zum Ausdruck gebracht haben, dass die aktuelle Regelung nicht tragbar ist. Wir sind guter Dinge, dass das letzte Wort in der Sache noch nicht gesprochen ist.“ Die Petition läuft übrigens weiter, wie Malekpour ankündigte.

Mit Bünker und Malekpour nahmen der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld und der evangelische Oberkirchenrat Karl Schiefermair an der Übergabe teil.  Die aktuelle Lösung eines „persönlichen Feiertages“ aus dem bestehenden Urlaubskontingent wird in der Petition als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet: „Einmal mehr ist die Regierung vor der Wirtschaft in die Knie gegangen“. Wirtschaft, Tourismus, Freizeitindustrie und Verkehrsplanung seien wichtige Größen im Land, man sei aber „nicht bereit, dem alles unterzuordnen“, heißt es in der Petition.

Den Volltext der Petition finden Sie hier: https://mein.aufstehn.at.

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ISSN 2222-2464