Pedale statt PS: Zwischenbilanz der Aktion „Autofasten“

Weiland: Praktischer Beitrag zur Schonung der Umwelt und bewusstseinsfördernder Schritt – Küng: Innehalten und umsteigen

St. Pölten (epd Ö) – Zur vermehrten Nutzung des Fahrrads statt des Autos haben Superintendent Paul Weiland und Bischof Klaus Küng aufgerufen. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag, 18. April, in St. Pölten, zogen Weiland und Küng Zwischenbilanz über die Aktion „Autofasten“, die in der Fastenzeit durchgeführt wurde und nun „nachwirken“ soll. Unter dem Slogan „Heilsam in Bewegung kommen“ hatten die Erzdiözese Wien sowie die Diözesen St. Pölten und Eisenstadt gemeinsam mit den evangelisch-lutherischen Kirchen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland vom 1. März bis 17. April zur Aktion „Autofasten“ aufgerufen.

Für diese Aktion haben sich in dieser Region rund 800, in ganz Österreich etwa 3.000 TeilnehmerInnen angemeldet. Man schätzt aber, dass etwa doppelt so viele „nicht registrierte“ AutofasterInnen an der Aktion teilgenommen haben. Zusätzlich, so die Veranstalter, kamen viele positive Rückmeldungen.

Verantwortung für die Schöpfung

„Die Teilnahme am Projekt ‚Autofasten’ ist für die Evangelische Kirche nicht nur praktischer Beitrag zur Schonung der Umwelt, sondern auch ein wichtiger bewusstseinsfördernder Schritt“, sagte Superintendent Weiland. Von ihrer Verantwortung für die Schöpfung her gehöre es zu den Hauptaufgaben der Kirchen, Menschen sensibel zu machen für ihre Verantwortung für die Mitwelt und für die kommenden Generationen. Dies geschehe durch das Aufzeigen ökologischer Zusammenhänge, durch das Einrichten von Dialogplattformen und durch das „gute Beispiel“. Zu einem verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung gehören laut Weiland der Verzicht auf Konsumgewohnheiten, die auf Kosten der natürlichen Umwelt gehen, genauso aber die Vermeidung unnötiger Abfälle oder der Einsatz gegen die Kernenergie.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den evangelischen Gemeinden Niederösterreichs bedeute die Aktion „Autofasten“ ein „wirkliches Fasten“, da die Mitglieder der Evangelischen Kirche vor allem in Gebieten wie im Weinviertel und im Waldviertel extrem verstreut sind. Weiland erinnerte an Horn, die flächenmässig größte evangelische Gemeinde Österreichs. Zu ihr gehören alle politischen Gemeinden in den Bezirken Horn und Zwettl, was eine Fläche von 250 km2 bedeutet. Weiland: „Sie anders zu betreuen als mit dem Auto, verlangt Kreativität und Phantasie.“ Notwendig seien auch Modelle, wie in einer Art Tauschverfahren durch Verzicht auf andere Energienutzungen oder im Ausgleich mit anderen Gemeinden das „Fastenergebnis“ eingebracht werden kann. „Wir sehen es als unseren Beitrag an, hier Modelle zu entwickeln“, so der Superintendent.

Wesentliches Signal

„Innehalten und umsteigen – zum Wohl des Menschen und der Natur“: Das ist für Bischof Klaus Küng die wesentliche Konsequenz der Initiative „Autofasten“. Küng bezeichnete diese Aktion als „ein wichtiges Zeichen und wesentliches Signal in der heutigen Zeit“. Man müsse versuchen, in der Hektik der Zeit „einen Gang zurückzuschalten“ und aus dem Zeitgetriebe auszubrechen. Bei der Benutzung des Fahrrades könne man nicht nur die Landschaft besser und intensiver wahrnehmen, sondern auch die Natur schonen und gesunderhalten, sagte Küng.

Die Aktion wird vom Land Niederösterreich im Rahmen des NÖ Klimaprogramms unterstützt. Der niederösterreichische Umweltlandesrat Josef Plank dankte den Kirchen für ihre Initiative und meinte, das Thema „Autofasten“ sei nicht nur für die Fastenzeit relevant, sondern müsse im persönlichen Leben weiterentwickelt werden. Dies sei kein Verzicht auf Lebensqualität, sondern eine Bereicherung. Es gelte auch, das Fahrrad im Alltagskurzstreckenverkehr verstärkt einzusetzen und dafür attraktiv zu machen, vor allem für die „kurze und schnelle Mobilität“.

Bei der Pressekonferenz wurden drei im Rahmen der Aktion „Autofasten“ verloste Fahrräder an die Gewinner überreicht. Die drei Gewinnerinnen und Gewinner kommen aus der Erzdiözese Wien: Barbara Holzer (Grünbach am Schneeberg), Andrea Watz (Wiener Neustadt) und Heinrich Leineweber (Wien).

ISSN 2222-2464