Papyrus-Ausstellung richtet „Blick auf gemeinsame Wurzeln“

Armin Lange, Kurator der Ausstellung und Professor für Judaistik an der Universität Wien, Bernhard Palme, Professor am Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde, Papyrologie und Epigraphik an der Universität Wien und Ko-Kurator der Ausstellung und Johanna Rachinger, Direktorin der Österreichischen Nationalbibliothek bei der Eröffnung der Ausstellung. Foto: epd/Janits
Armin Lange, Kurator der Ausstellung und Professor für Judaistik an der Universität Wien, Bernhard Palme, Professor am Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde, Papyrologie und Epigraphik an der Universität Wien und Ko-Kurator der Ausstellung und Johanna Rachinger, Direktorin der Österreichischen Nationalbibliothek bei der Eröffnung der Ausstellung. Foto: epd/Janits

„Kinder Abrahams. Die Bibel in Judentum, Christentum und Islam“ eröffnet

Wien (epdÖ) – Den heiligen Schriften der drei abrahamitischen Buchreligionen widmet sich eine Ausstellung im Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. „Kinder Abrahams. Die Bibel in Judentum, Christentum und Islam“ ist der Titel der Schau, die bis zum 11. Jänner 2015 am Wiener Heldenplatz zu besichtigen ist. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Bibel und ihre Rezeption in den drei Weltreligionen. Mehr als 90 Exponate aus mehreren Jahrhunderten der Antike und des Mittelalters veranschaulichen die lange Zeit ihrer Textgestaltung, Überlieferung und vielfältigen Wirkungsgeschichte.

„Die Ausstellung richtet den Blick auf die gemeinsamen Wurzeln“, erklärte Johanna Rachinger, Direktorin der Österreichischen Nationalbibliothek, anlässlich der Eröffnung. Die Schau sei eine Anregung für den interreligiösen Dialog. Dieser sei in der heutigen Zeit wichtiger denn je.

„Zwischen den drei Buchreligionen Judentum, Christentum und Islam gibt es viele Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten“, betonte Armin Lange, Kurator der Ausstellung und Professor für Judaistik an der Universität Wien. „In dieser Ausstellung wollen wir die Gemeinsamkeiten der Religionen in den Vordergrund rücken. Diese sieht man bei den Buchreligionen ganz deutlich.“

Bernhard Palme, Professor am Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde, Papyrologie und Epigraphik an der Universität Wien und Ko-Kurator der Ausstellung, machte darauf aufmerksam, dass auch heilige Texte eine Entwicklungsgeschichte hinter sich haben. „Das Weitergeben von heiligen Schriften war vor der Erfindung des Buchdrucks eine große Herausforderung. Die Ausstellung zeigt die Bemühungen der Gelehrten um den authentischen Text“, so Palme. Darüber hinaus gibt die Schau auch einen Einblick in die vielfältige Wirkungsgeschichte biblischer Texte im Alltag der Menschen, etwa in der Liturgie oder bei Vertragsabschlüssen.

Im Zentrum der Schau stehe die Bibel, sagte Palme. Der Koran und daneben auch andere Texte aus den Schriftkulturen des Altertums werden zum Vergleich den biblischen Texten gegenübergestellt. An der Entwicklung der Ausstellung waren auch Islamwissenschaftler beteiligt.

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ISSN 2222-2464