Ortstafeln: Überparteiliche Plattform sucht Konsens

Superintendent Sauer unter den Initiatoren – „Mehrheit wünscht zweisprachige Ortstafeln“ – Warnung vor Aushöhlung des Rechtsstaates

Klagenfurt, 26. Jänner 2006 (epd Ö) – Mit einer Aktion „Patenschaft“ für zweisprachige Ortstafeln will die Plattform „Pro Kärnten/Za Koroska“ „die Achtung der Menschen und Kulturen“ forcieren. Die Initiatoren warnten am Mittwoch vor einer „Aushöhlung des Rechtsstaates durch die Missachtung der österreichischen Bundesverfassung und des Staatsvertrages“, wie Verleger Lojze Wieser und Superintendent Manfred Sauer betonten.

In Europa gebe es 200 Kulturen und Sprachen in 48 Ländern, sagte Wieser bei einem Pressegespräch in Klagenfurt. „Es geht uns darum, dass man all diesen Kulturen auf gleicher Augenhöhe begegnet, egal in welchem Land.“ Es handle sich auch längst nicht mehr um eine Frage der Minderheit, so Wieser. „Es geht darum, ob die verfassungsrechtlichen Grundlagen eines Rechtsstaates ausgehöhlt werden oder nicht.“ Daher habe man sich seitens der Plattform entschlossen, ein Zeichen zu setzen.

„Wir wollen zeigen, dass es in Kärnten eine Mehrheit gibt, die zweisprachige Ortstafeln wünscht, auch als Ermutigung für die Politik“, sagte Sauer. Es sei wichtig, „vom Miteinander zu profitieren“. Der Begriff Patenschaft solle auch bedeuten, dass jene, die als Paten fungieren, „die Botschaft transportieren“. Binnen kürzester Zeit hätte man bereits mehr als 50 Unterstützer gewonnen.

Bereits unterschrieben haben Prominente wie Peter Handke, der Dramatiker Peter Turrini, PEN-Club-Präsident Jiri Grusa oder die Kärntner Florjan Lipus und Rupert Henning. Aber auch Ex-ÖVP-Chef Erhard Busek, die Abgeordneten Caspar Einem, Christine Muttonen, Terezija Stoisits und Melitta Trunk, die EU-Mandatare Johannes Voggenhuber und Hannes Swoboda sowie Grünen-Bundessprecher Alexander van der Bellen haben sich eingetragen. Auf der Liste finden sich zudem Infineon-Vorstand Monika Kircher-Kohl und die Geschäftsführer des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds, Erhard Juritsch und Hans Schönegger.

ISSN 2222-2464