Superintendent Lehner unterstützt Petition „Ausbildung statt Abschiebung“

Superintendent Lehner: "Ich habe in der Pfarrgemeinde Linz Innere Stadt erlebt, was es bedeutet, wenn ein junger Mensch die Chance bekommt, Fuß zu fassen, eine Ausbildung zu absolvieren, wenn sich eine Perspektive für das eigene Leben auftut." Foto: epd/M. Uschmann
Superintendent Lehner: "Ich habe in der Pfarrgemeinde Linz Innere Stadt erlebt, was es bedeutet, wenn ein junger Mensch die Chance bekommt, Fuß zu fassen, eine Ausbildung zu absolvieren, wenn sich eine Perspektive für das eigene Leben auftut." Foto: epd/M. Uschmann

„Menschen fragen sich, wie ein Land wie das unsere so handeln kann“

Linz (epdÖ) – Zur Teilnahme an der Online-Petition „Ausbildung statt Abschiebung“ ruft der oberösterreichische Superintendent Gerold Lehner auf. Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst erklärte Lehner: „Ich habe in der Pfarrgemeinde Linz Innere Stadt erlebt, was es bedeutet, wenn ein junger Mensch die Chance bekommt, Fuß zu fassen, eine Ausbildung zu absolvieren, wenn sich eine Perspektive für das eigene Leben auftut.“  Regelmäßig höre er aber Berichte über Fälle „wo jungen Menschen ebendiese Perspektive genommen wird. Und ich bekomme die bestürzten Reaktionen jener Menschen mit, die hier Arbeit und Ausbildung angeboten haben, jener Menschen, die unterstützen und helfen, und die sich fragen, wie ein Land wie das unsere so handeln kann.“ Lehner hofft daher, „dass wir mit dieser Aktion Gehör finden.“

„3plus2“-Modell nach deutschem Vorbild gefordert

Die vom oberösterreichischen Integrationslandesrat Rudi Anschober (Die Grünen) lancierte Petition reagiert auf die zunehmende Zahl von Fällen, in denen Flüchtlinge in Ausbildung in ihre Herkunftsländer rückgeführt werden. Die Initiative fordert ein in Deutschland erprobtes „3plus2“-Modell, demzufolge AsylwerberInnen während ihrer dreijährigen Lehrzeit und in den ersten beiden Berufsjahren nicht abgeschoben werden dürfen. „Die Abschiebung von Asylwerbenden in Lehre schadet nicht nur den Unternehmerinnen und Unternehmern, sie verhindert auch eine der erfolgreichsten Integrationsmöglichkeiten“, heißt es vonseiten der Initiative. Die Eingliederung in den Arbeitsmarkt sei eine der „größten Chancen für Integration“.

Die Initiative kann noch bis 30. April unterstützt werden, dann werden die Forderungen der Österreichischen Bundesregierung übermittelt.  Stand Donnerstagvormittag hatten knapp 47.700 Personen die Petition unterzeichnet. Informationen unter: www.openpetition.eu

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ISSN 2222-2464