Kirchenvertreter entsetzt über antisemitische Angriffe in Halle

Bei dem Angriff eines Rechtsextremen auf eine Synagoge in Halle an der Saale sind am Mittwoch zwei Menschen ums Leben gekommen. Foto: pixabay
Bei dem Angriff eines Rechtsextremen auf eine Synagoge in Halle an der Saale sind am Mittwoch zwei Menschen ums Leben gekommen. Foto: pixabay

„Angriff auf Jüdinnen und Juden insgesamt“

Halle/Wien (epdÖ) – Mit Entsetzen haben Vertreter von Kirchen in Österreich auf den Angriff auf eine Synagoge im deutschen Halle an der Saale reagiert, bei dem am Mittwoch, 9. Oktober, zwei Menschen getötet wurden. „Am höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, müssen betende Jüdinnen und Juden in Angst und Schrecken in ihrer Synagoge verharren anstatt sich dem Gebet und dem Gedenken der Versöhnung ganz hingeben zu können“, schreibt der Vorsitzende des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Thomas Hennefeld, in einer Aussendung. Er sei mit seinen Gebeten bei den Familien der Toten.

Zugleich fordert Hennefeld ein entschlossenes Vorgehen der Politik und der Behörden gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus. Die Exekutive in Österreich müsse „dafür sorgen, dass Jüdinnen und Juden, ohne solche Schreckenstaten fürchten zu müssen, in ihren Synagogen beten und ihre Gottesdienste feiern können“. Die Kirchen stünden „für ein friedliches Miteinander der Religionen und Kulturen in unserem Land und in Europa“.

Chalupka: Verrohung der Sprache und der Herzen entgegentreten

Auf Facebook schrieb der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka: „Angesichts des antisemitisch motivierten Verbrechens in Halle an der Saale sind die Religionsgemeinschaften und alle demokratischen Kräfte aufgerufen, der Verrohung der Sprache und der Herzen, die solchen Taten vorausgeht, entgegenzutreten.“ Seine Gebete gelten nun den Opfern.

Dantine: Antisemitismus nie verschwunden

„Das ist ein Angriff auf Jüdinnen und Juden insgesamt“, schrieb der Salzburger und Tiroler Superintendent Olivier Dantine ebenfalls auf Facebook. „Antisemitismus, der nie verschwunden ist und hier wieder in seiner Bestialität aufgebrochen ist, geht uns alle an!“

Auch deutsche Kirchenvertreter hatten sich am Mittwoch unmittelbar nach den Vorfällen zu Wort gemeldet: „Ich bin entsetzt und fassungslos angesichts dieser Gräueltat“, erklärte etwa der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. „Wir sind den Juden in unserem Land, unseren Schwestern und Brüdern, gerade in diesen Stunden eng im Gebet verbunden“, betonte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx.

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ISSN 2222-2464