Ökumenisches Treffen im NÖ Landhaus

Pröll, Weiland und Schönborn unterstreichen gutes Klima der Zusammenarbeit

St. Pölten (epd Ö) – Niederösterreich sei von einem guten Miteinander der Kirchen untereinander und zum Land geprägt. Das betonte Landeshauptmann Erwin Pröll am Dienstag, 24. April, in St. Pölten beim traditionellen „ökumenischen Mittagessen“ mit Repräsentanten der Römisch-katholischen und Evangelischen Kirche. Pröll hob weiters die Bedeutung der Bewahrung kirchlicher Kulturgüter wie der Stifte und Kirchen hervor. In 20 Jahren unter seiner Ressortzuständigkeit seien in die Denkmalpflege kirchlicher Einrichtungen 70 Millionen Euro – das seien 70 Prozent der Budgetmittel für die Denkmalpflege – geflossen.

 

„Wir haben die Aufgabe, neben neuen Spannungsfeldern und einem teilweise verzerrten öffentlichen Eindruck in der Werteordnung auch die traditionellen Grundwerte zu betonen“, legte Pröll gesellschaftspolitisch ein Bekenntnis zur Familie ab. Das Thema aufgreifend bezeichnete Kardinal Christoph Schönborn die Familie als „Molekül stabiler Struktur“ lebensnotwendig für eine gesunde Gesellschaft. Die vorige Regierung habe viel für die Familie getan, er hoffe, dass die derzeitige Regierung das fortsetze.

 

Für das gute Klima in Niederösterreich dankte Superintendent Paul Weiland. In Politik und Kirche müsse immer der Mensch im Mittelpunkt stehen auf dem Hintergrund des Wortes Gottes. Gerade die Begleitung der jungen Menschen im Religionsunterricht sei ein wesentlicher Beitrag, um Orientierung für ein Leben in Verantwortung zu geben. Um diesen wesentlichen Auftrag der Kirche nachgehen zu können, sei ein gutes Miteinander von Politik und Kirchen nötig, betonte Weiland. Der Superintendent wies auf das diesjährige Jubiläum der Evangelischen Kirche in Niederösterreich hin. Sie erinnert heuer an 60 Jahre selbstständige Diözese und 450 Jahre Protestantismus in Niederösterreich. Höhepunkt ist ein Festgottesdienst aller niederösterreichischen Gemeinden und ein Festakt am 23. September auf der Schallaburg.

 

An die Politik gerichtet sprach sich Schönborn für eine „Abrüstung der Worte“ aus. Aussagen wie „katholische Verlogenheit“ (Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl vor dem VP-Parteitag) seien ein Fehlgriff, der nicht passieren dürfe und eine gesamte Personengruppe diskriminiere. Weiters ging der Kardinal auf die Österreich-Reise des Papstes im September ein. Benedikt XVI. werde neben Mariazell und Wien auch das niederösterreichische Stift Heiligenkreuz besuchen. Die Ökumene werde „zwar nicht mit einem eigenen Akzent bedacht sein, sondern in einer allgemeinen Einladung“.

 

ISSN 2222-2464