Ökumenisches Projekt: Neue Kinderbibel auf CD-ROM präsentiert

„Den Grundwasserspiegel des Bibelwissens heben“

Wien, 25. April 2006 (epd Ö) – „Wir wollten von Anfang an eine Kinderbibel entwickeln, die für viele christliche Konfessionen passt“, sagte die evangelische Theologin und Autorin des Kinderbibelprojekts, Mag. Andrea Klimt, anlässlich der Präsentation der CD-ROM am 25. April bei einer Pressekonferenz in Wien. Deshalb „überprüften“ der katholische Religionspädagoge Prof. Hans Neuhold und der orthodoxe Metropolit Dr. Michael Staikos die Zeichnungen und Texte. Letzterer war, so Klimt, „begeistert von unserem Projekt“. Da die Kinderbibel in Zukunft auch in osteuropäische Sprachen übersetzt werden soll, war den Initiatoren die Begutachtung von Seiten der orthodoxen Kirche besonders wichtig.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt, das unter dem Ehrenschutz von KR Karlheinz Essl steht, vor fünf Jahren durch die Wiener Softwareproduzentin Katarina Angerer. Sie konnte die Autorin sowie den Grazer Künstler Tom Klengel – er erstellte die Zeichnungen und Animationen – für die Umsetzung gewinnen. Angerers Ehemann, der Softwareentwickler Herbert Schoger, sorgte für die Programmierung. Ein kleines schwarzes Schaf führt den Benutzer durch die verschiedenen interaktiven Ebenen, auf denen neben der biblischen Geschichte auch Landkarten, ein Bibel-Lexikon mit zahlreichen Links, Spiele u.a. zu entdecken sind.

Dura: „Brückenfunktion“

Die „Brückenfunktion der Kinderbibel zwischen Kindern, Eltern und Großeltern“ betonte der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Dr. Nicolae Dura in Vertretung von Metropolit Staikos. Dura unterstrich die Bedeutung der Kinderbibel für den orthodoxen Religionsunterricht, der über kein Religionsbuch verfüge: „Gerade für den Unterricht in Volksschulen ist diese CD-ROM eine wichtige Unterstützung.“

Interaktiver Ansatz als Chance

Auf die prägende Funktion der Kinderbibel wies der Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Universität Wien, Univ.-Prof. Dr. Gottfried Adam, hin. „Früher lasen Großmütter ihren Enkelkindern aus der Bibel vor. Diese Tradition ist gerade im Protestantismus verloren gegangen. Kinder und Jugendliche heute leben in einer Medienwelt, dort, wo ‚etwas los ist’. Daher ist der interaktive Ansatz dieser Kinderbibel überzeugend und als Chance, junge Menschen zu erreichen, nicht hoch genug einzuschätzen.“

Der Leiter des Katholischen Bibelwerks, Dr. Wolfgang Schwarz, wirkte als Co-Produzent mit. Seine Motivation: „Meine alte Sehnsucht, die Heilige Schrift halbwegs textorientiert den Rezipienten – und damit meine ich nicht nur Kinder – näherzubringen“. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kinderbibeln, die oft ein „verkitschtes, europäisiertes Bild“ der biblischen Geschichten wiedergäben, zeige die Computerbibel die Landschaft des Heiligen Landes, die Lebensweise der Menschen zur Zeit Jesu und ihre religiöse Praxis in authentischer Weise.

„Den Grundwasserspiegel des Bibelwissens heben“ möchte Dompfarrer Mag. Anton Faber anlässlich der Präsentation der CD-ROM am 29. April um 17 Uhr im Rahmen des „Steffl-Kirtages“ im Curhaus am Stephansplatz, bei der Tom Klengel gemeinsam mit Kindern zeichnen wird.

Die erste CD-ROM, „Jesus wird geboren“ ist seit September 2005 erhältlich, Teil zwei folgt im Juli 2006, Teil drei zu Ostern 2007. Nähere Informationen unter www.kinderbibel.net.

ISSN 2222-2464