Ökumenischer Rat warnt vor Eskalation der Gewalt

Stellungnahme des Vorstands des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich zu den Folgen der Terroranschläge in den USA

Wien, 26. September 2001 (epd Ö) Der „Ruf nach Rache und Vergeltung“ sei ein „verständlicher Ausdruck von Wut und Hilflosigkeit angesichts des ungeheuren Ausmaßes der Zerstörung“ durch die Terrorakte in den USA, Vergeltungsschläge bewirkten aber nur „eine weitere Eskalation der Gewalt“, betont der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) in einer am Donnerstag, 20. September, veröffentlichten Stellungnahme. Der Vorstand des Ökumenischen Rates gedenkt der Opfer der „schrecklichen und barbarischen Anschläge, die in den USA tausende Menschen das Leben gekostet haben“.

Wörtlich heißt es in diesem Zusammenhang in der Stellungnahme des Ökumenischen Rates: „Diese Menschen sind nicht nur Opfer des Terrors, sondern auch der Umstände, die zu diesen Terrorakten geführt haben. Hass und Verzweiflung entstehen nicht im luftleeren Raum. Der Wille und die Bereitschaft, sich mit diesen Umständen ernsthaft auseinander zu setzen, sind langfristig ein notwendiges Mittel zur Bekämpfung des Terrorismus“. Nur Suche nach Gerechtigkeit halte die Zukunft offen. Die Schuldigen für die Terroranschläge müssten „gesucht, angeklagt und von ordentlichen Gerichten verurteilt werden“.

Abschließend heißt es in der ÖRKÖ-Stellungnahme: „Der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich hofft und betet dafür, dass die Entschlossenheit zur Vergeltung rechtzeitig jener Besonnenheit weichen möge, die mit Gottes Hilfe konstruktives Zusammenleben der Völker und Kulturen ermöglicht“.

ISSN 2222-2464