Ökumenischer Rat verurteilt „westliche Maßlosigkeit“

Der ewige Konsum mache weder satt noch frei oder glücklich. Nur die Maßlosigkeit der Liebe Gottes führe letztlich zu mehr Lebensqualität und Erfüllung, betonte Superintendent Lothar Pöll in seiner Predigt. (kathbild/Laurent Ziegler)
Der ewige Konsum mache weder satt noch frei oder glücklich. Nur die Maßlosigkeit der Liebe Gottes führe letztlich zu mehr Lebensqualität und Erfüllung, betonte Superintendent Lothar Pöll in seiner Predigt. (kathbild/Laurent Ziegler)

Vorsitzender Pöll: „Maßlosigkeit ist zum System geworden“

Wien (epdÖ) – Die westliche Welt plündere mit ihrem System der Maßlosigkeit die Ressourcen der Erde aus und lebe mit ihrer unersättlichen Gier nach Konsum auf Kosten Anderer und der nachfolgenden Generationen. Das beklagte der evangelisch-methodistische Superintendent und derzeitige Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Lothar Pöll, im Rahmen des Gottesdienstes in der Schöpfungszeit am Donnerstagabend, 2. Oktober, in Wien. Der Gottesdienst, der dieses Jahr unter dem Motto „Maßlos“ stand, ist einer der Höhepunkte der kirchlichen Schöpfungszeit, die jedes Jahr vom 1. September bis 4. Oktober von den christlichen Kirchen begangen wird.

Maßlosigkeit sei in Österreich wie auch in der restlichen westlichen Welt mittlerweile „leider zum System geworden“, so Pöll. Würden alle Menschen auf dem Niveau der ÖsterreicherInnen konsumieren, bräuchte es dreieinhalb Erden um genügend Ressourcen zu produzieren. Allein dieser Umstand zeige die unfaire Verteilung der Lebensmittel auf der Welt. Gleichzeitig würden tausende Tonnen unverdorbener Lebensmittel tagtäglich in Österreich weggeworfen. Da die Lebensmittel zu Lasten von Umwelt und Tieren immer günstiger würden, könnten die Menschen quasi „ohne Ende“ konsumieren. Pöll: „Wir kaufen zwar immer mehr und füllen unsere Bäuche, wirklich satt werden wir allerdings nicht.“ Der ewige Konsum mache nämlich weder satt noch frei oder glücklich. Nur die Maßlosigkeit der Liebe Gottes führe letztlich zu mehr Lebensqualität und Erfüllung, betonte der Superintendent.

Die Schöpfungszeit ist eine ökumenische Initiative, an der sich alle christlichen Kirchen beteiligen. Der 1. September wird dabei als „Tag der Schöpfung“ gefeiert. Österreichweit werden in dieser Zeit Veranstaltungen in Pfarrgemeinden und von kirchlichen Einrichtungen zum Thema Umwelt- und Klimaschutz angeboten.

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ISSN 2222-2464