Ökumenischer Rat: Islamfeindlichkeit überwinden

Christliche Kirchen wollen Ängste und Vorurteile abbauen – ÖRKÖ-Antwort auf Imame-Erklärung

Wien (epd Ö) – Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) ist für eine Begegnung mit der islamischen Glaubensgemeinschaft offen, damit es zu einer andauernden Wahrnehmung, zu gegenseitiger Ermutigung und Unterstützung kommen kann. Es gehe darum, Ängste und Vorurteile abzubauen und ein respektvolles Zusammenleben zu ermöglichen, heißt es in einer am 16. Mai veröffentlichten Erklärung des ÖRKÖ-Vorstands, die auf die Wiener Konferenz der Imame vom April Bezug nimmt.

Die Wiener Imame-Erklärung betone die Bereitschaft der Muslime zur Integration in europäische Gesellschaften, wolle aber eine klare Abgrenzung zur Assimilation und fordere die Mehrheitsgesellschaft auf, ihren Beitrag zu leisten, dass Integration gelingen könne. „Diese Forderung ist ernst zu nehmen und mit zielführenden Initiativen zu unterstützen, weil Integration keine Einbahnstraße, sondern ein beidseitiger Prozess ist“, stellt der ÖRKÖ-Vorstand fest. „Alle Bemühungen, jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit aufzudecken und zu überwinden, wird unterstützt. Die klare Aussage der Imamekonferenz ‚gegen jede Form von Rassismus und von ethnischer Diskriminierung innerhalb der muslimischen Gemeinden Europas’ wird begrüßt.“

Klare Aussagen hätten die Imame hinsichtlich der Rolle der Frau gemacht, „aber es wird auch angedeutet, dass es Praktiken gibt (wie Zwangsehe, Ehrenmorde und familiäre Gewalt), die zwar, wie betont wird, ‚keine Grundlage im Islam haben’, aber dennoch in muslimischen Kreisen geübt werden; diese sollen durch verstärkte Lehrtätigkeit der Imame überwunden werden. ‚Jede Form von Verletzung von Frauenrechten soll kritisiert und bekämpft werden.’“ Für das Zusammenleben mit der Mehrheitsgesellschaft sei „nachhaltige Bewusstseinsveränderung“ gerade in diesem Bereich von entscheidender Bedeutung. Die vom ÖRKÖ begrüßten Vorhaben dürften keine Absichtserklärungen bleiben, sondern in den verschiedenen Bereichen des Lebens und für die Gesellschaft erkennbar umgesetzt werden.

ISSN 2222-2464