Ökumenischer Kirchentag als großes Fest des Glaubens

ÖRKÖ und KPH präsentieren sich in München – Treffpunkt für österreichische Besucherinnen und Besucher

Wien/München, (epd Ö) – Es soll ein großes Fest des Glaubens werden. Zum 2. Ökumenischen Kirchentag in München werden vom Mittwoch, 12. Mai, an rund 110.000 Gläubige erwartet. Bei dem Großereignis präsentieren sich auch der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) und die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) mit einem gemeinsamen Stand. Wie der evangelisch-lutherische Oberkirchenrat Karl Schiefermair gegenüber epd Ö erklärte, soll sich der Stand zu einem „Treffpunkt für die österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer“ entwickeln. Neben Schiefermair werden ÖRKÖ-Vorsitzender Nicolae Dura, KPH-Rektorin Helene Miklas, der frühere ÖRKÖ-Vorsitzende Altbischof Herwig Sturm und der syrisch-orthodoxe Bischofsvikar Emanuel Aydin für Gespräche zur Verfügung stehen. Zu finden ist der österreichische Stand (Stand-nummer C10) in Halle A6. Auch das österreichisch-ökumenische Projekt „fairshare“ informiert in München über seine zentralen Themen Klimaschutz und Ressourcenverteilung (Halle B, Stand F09). Mit einem Stand vertreten sind in München auch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und das Wanderprojekt „Weg des Buches“ (Halle B4, Stand C30).
Mit mehreren Gottesdiensten wird der 2. Ökumenische Kirchentag, der bis Sonntag dauert, am Mittwoch in München eröffnet. Der zentrale Eröffnungsgottesdienst ist am frühen Abend auf der Theresienwiese – dem Areal des Münchner Oktoberfestes – vorgesehen. Im Anschluss wird Bundespräsident Horst Köhler dort zu den Gästen sprechen. Das Kirchentreffen steht unter dem Motto „Damit ihr Hoffnung habt“.
Zeitgleich sind in der Innenstadt auf dem Marienplatz sowie dem Odeonsplatz große Eröffnungsgottesdienste unter freiem Himmel geplant. Danach geht es unter dem Motto „Abend der Begegnung“ bei einem riesigen Straßenfest in der Altstadt rund: An Hunderten von Ständen wird Kulinarisches aus aller Welt angeboten. 13 Bühnen werden für Musik- und Theatergruppen aufgebaut. Zum Kirchentag werden rund 110.000 DauerteilnehmerInnen erwartet, viele von ihnen reisen mit Sonderzügen der Bahn an. Beim „Abend der Begegnung“ rechnen die Veranstalter mit rund 400.000 Schaulustigen. Zum Ausklang des Tages sollen sie mit Kerzen auf dem Altstadtring einen „Segenskreis aus Licht“ bilden.
Für den Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) wurden insgesamt rund 3000 Veranstaltungen vorbereitet. Der Reigen reicht dabei von Morgengebeten und Bibelarbeiten über zahlreiche Podiumsdiskussionen bis hin zu großen Open-Air-Konzerten – unter anderem mit der deutschen Gruppe Wise Guys, der österreichischen Sängerin Christina Stürmer und ihrer deutschen Kollegin Nena. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt nach München. Sie spricht bei einer Veranstaltung zum Thema „Hoffnung in Zeiten der Verunsiche-rung. Gibt es eine Formel für den gesellschaftlichen Zusammenhalt?“.
Überschattet wird das Treffen vom Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Mit Blick auf die aktuelle Debatte wurden nachträglich noch zwei Veranstaltungen zu diesem Thema ins Programm aufgenommen. Ein gemeinsames Abendmahl – Herzensanliegen vieler konfessionsverschiedener Ehepaare – gibt es nicht. Das lehnt die katholische Kirche weiter strikt ab. Um Konflikte wie beim 1. Ökumenischen Kirchentag in Berlin vor sieben Jahren zu vermeiden – dort hatte der Priester Gotthold Hasenhüttl auch nicht-katholische Christen zur Teilnahme an der Eucharistiefeier eingeladen und war anschließend suspendiert worden – appellieren im mehr als 700 Seiten dicken Programmheft der katholische Kirchentags-Präsident Alois Glück und sein evangelischer Kollege Eckhard Nagel eindringlich an alle Gäste, „während des Ökumenischen Kirchentages in München die in den Kirchen gültigen Regeln zu achten und in Bezug auf Eucharistiefeier und Abendmahl in ökumenischer Sensi-bilität miteinander umzugehen“.

ISSN 2222-2464