Ökumenischer Jahresempfang im Grazer Landtag

Im Grazer Landtag: Moderator Udo Bachmair, Superintendent Hermann Miklas, Caritas-Direktor Herbert Beiglböck, Landtagspräsidentin Bettina Vollath, Superintendent Wilfried Nausner und Theologe Grigorios Larentzakis (v.l.). Foto: Eigeltsberger
Im Grazer Landtag: Moderator Udo Bachmair, Superintendent Hermann Miklas, Caritas-Direktor Herbert Beiglböck, Landtagspräsidentin Bettina Vollath, Superintendent Wilfried Nausner und Theologe Grigorios Larentzakis (v.l.). Foto: Eigeltsberger

Miklas erinnert an europäisches Ökumenetreffen vor 20 Jahren

Graz (epdÖ) – Auf Einladung des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in der Steiermark fand am Donnerstag, 23. November, in der Landstube des Grazer Landhauses der Ökumenische Jahresempfang statt. Im Mittelpunkt des Abends stand die Erinnerung an die Zweite Ökumenische Versammlung vor 20 Jahren in Graz. Bei der Versammlung waren 1997 unter dem Motto „Versöhnung – Gabe Gottes und Quelle neuen Lebens“ Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen aus ganz Europa zusammengekommen.

Der Vorsitzende des Ökumenischen Forums, Superintendent Hermann Miklas, wies auf die zahlreichen Erfolge der Zweiten Ökumenischen Versammlung in Graz hin. Anhand gelungener Beispiele wie der Einführung des „Tages des Judentums“ am 17. Jänner oder eines europäischen christlichen Umweltnetzwerks schilderte er die Entwicklungen von 1997 bis heute: Das exzellente gegenwärtige Verhältnis christlicher Kirchen in der Steiermark sei erst vor wenigen Wochen durch die Verlegung eines „Steins der Versöhnung“ im Grazer Landhaushof auch für die Nachwelt visualisiert worden.

Für Bettina Vollath, Präsidentin des steirischen Landtages, stand an diesem Abend „Versöhnung“ im Mittelpunkt. Nur Versöhnung ebne den Weg in eine Gesellschaft, die die Stärke einer Einheit voller Vielfalt widerspiegle und in der ein harmonisches Zusammenleben aller tatsächlich möglich sei. Die Ökumene lebe genau das vor. Sie zeige, wie Versöhnung gelingen kann.

In seinem Festvortrag ging Wilfried Nausner, Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche für Albanien, Kroatien und die Republik Makedonien, auf einige Errungenschaften der Zweiten Ökumenischen Versammlung in Graz ein. Dazu zählten „Das Wort des Ökumenischen Rates in Österreich zum Antijudaismus“, der Neubau der Synagoge in Graz oder das ökumenische Sozialwort der Kirchen. In Zukunft werde der interreligiöse Dialog an Bedeutung gewinnen. Zudem müssten Antworten gefunden werden auf die zunehmende Verunsicherung bezüglich der Aufgaben der Kirchen. Vertrauensverlust und das wachsende Misstrauen gegenüber den Kirchen seien besorgniserregende Entwicklungen. Kritik übte Nausner auch an einer deregulierten Wirtschaft bei gleichzeitiger Einschränkung von persönlichen Freiheiten: Die Freiheit werde immer mehr durch Regeln und Gesetze beschnitten, um „hemmungslose Eigeninteressen durchzusetzen“.

Da der bisherige Vorsitzende, Superintendent Hermann Miklas, 2018 in den Ruhestand tritt, wurde ein neuer Vorsitzender des Ökumenischen Forums gewählt. Mit 1. Jänner 2018 übernimmt der römisch-katholische Stadtpfarrpropst Kanonikus Christian Leibnitz den Vorsitz, seine Stellvertreterin ist die amtsführende Pfarrerin der evangelischen Pfarrgemeinde Heilandskirche in Graz, Ulrike Frank-Schlamberger.

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ISSN 2222-2464