Ökumenische „Schöpfungszeit“ beginnt am 1. September

Die Bewahrung der Schöpfung wird in der Zeit vom 1. September bis zum 4. Oktober in vielen ökumenischen Veranstaltungen und liturgischen Feiern zum Thema. Foto: epd/Uschmann
Die Bewahrung der Schöpfung wird in der Zeit vom 1. September bis zum 4. Oktober in vielen ökumenischen Veranstaltungen und liturgischen Feiern zum Thema. Foto: epd/Uschmann

Bis 4. Oktober Programm zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Wien (epdÖ) – Die Kirchen in Österreich machen ab 1. September wieder auf die Dringlichkeit der Bewahrung der Schöpfung aufmerksam. Bis zum 4. Oktober, dem Fest des Heiligen Franziskus und offiziellen Ende der fünfwöchigen „Schöpfungszeit“, finden österreichweit themenbezogene Veranstaltungen und Gottesdienste statt. Ein liturgischer Höhepunkt ist der „Gottesdienst in der Schöpfungszeit“, zu dem der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) in Zusammenarbeit mit der Initiative „Pilgrim-Schulen“ am 21. September um 18.00 Uhr in das  Schulzentrum St. Franziskus (Erdbergstraße/Wien-Landstraße) einlädt. Zum diesjährigen Motto „Lebendige Steine“ wird Erzpriester Peter Pantić, Pfarrer der serbisch-orthodoxen Kirche Maria Geburt in Wien-Ottakring, die Predigt halten.

1989 hatte der damalige Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Dimitrios „die ganze orthodoxe und christliche Welt“ eingeladen, am 1. September „zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung“. Diese Initiative wurde 1992 von der gesamten Orthodoxen Kirche begrüßt und übernommen, katholische und evangelische Ortskirchen folgten. Die 3. Europäische Ökumenische Versammlung 2007 im rumänischen Sibiu nahm den Gedanken der Schöpfungszeit in ihre Handlungsempfehlungen auf.

Seit 2008 hat die ökumenische Schöpfungszeit auch in Österreichs Kirchen Tradition: Veranstaltungen zum Thema Umwelt- und Klimaschutz finden in dieser Zeit statt, darunter ökumenische Schöpfungsgottesdienste, Wanderungen, Exkursionen, Vorträge und Diskussionen.

Diese Anliegen werden von den Umweltbeauftragten der evangelischen und der katholischen Kirche mit dem „Kirchlichen Umweltpreis Österreich“ unterstützt. Der Preis zeichnet nachhaltige, innovative Projekte in den Bereichen Energiewende, Beschaffung und Bewirtschaftung aus. Einreichen können bis zum 31. März 2018 alle evangelischen und katholischen Pfarrgemeinden aus Österreich, die Preisverleihung findet im Juni 2018 statt.

Höhepunkte der diesjährigen Schöpfungszeit

Einige Highlights aus dem auf www.schoepfung.at veröffentlichten Veranstaltungsprogramm: Die Aktion „Wir RADLn in die Kirche“ ruft auch heuer wieder dazu auf, in ganz Niederösterreich Glaubensleben und nachhaltige Mobilität zu verbinden und die Sonntagsgottesdienst am 17. September mit dem Fahrrad zu besuchen. Langfristig sollen mit dieser Initiative der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, der Katholischen Aktion St. Pölten und der katholischen Diözese Wien möglichst viele Menschen zum Radfahren im Alltag bewegt werden. In der Steiermark findet der „Radl-Tag“ eine Woche später, am 24. September, statt.

Am Schöpfungstag, 1. September, lädt die „ARGE Schöpfungsverantwortung“ zu ihrer traditionellen „Ökumenischen Schöpfungsvesper“, heuer ab 19.30 Uhr in der Wiener Jesuitenkirche. Die Feier gestalten der frühere altkatholische Bischof Bernhard Heitz und der römisch-katholische Wiener Pfarrer Zvonko Brezovski.

Das Agrarsystem im Umbruch – Wer produziert die Lebensmittel von morgen?“ ist die Leitfrage am Tag der Schöpfung in der Steiermark. Im Schloss St. Martin tauschen sich darüber ab 16.30 Uhr Fachleute aus Kirchen, NGOs und Landwirtschaftskammer aus. Im Anschluss findet eine ökumenische Vesper mit musikalischer Gestaltung des Chrysostomos-Chors St. Martin statt.

Am 10. September wird um 9.30 Uhr in der Pfarrgemeinde A.B. Bad Ischl in Oberösterreich eine Thomasmesse zum Thema Schöpfung gefeiert. Der Gottesdienst dient zugleich als Feier zum Schulanfang.

Eine Exkursion in Innsbruck unter dem Titel „Essbare Stadt“ soll den Teilnehmern „innerstädtisches Grün an der Sill“ nahebringen. Bäume, Sträucher und Wiesen böten nicht nur Erholungsraum für Mensch und Tier, „sondern können im Laufe des Jahreszyklus auch unterschiedliche leckere Zutaten für uns bieten“, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung am 22. September, die um 15 Uhr am Sillradweg in Innsbruck startet.

Zum Kinder-Umwelttag „Schöpfung. Verantwortung. Leben“ laden die katholische Diözese Gurk-Klagenfurt und die evangelische Superintendenz Kärnten/Osttirol Volksschulklassen in das Stift St. Georgen am Längsee. Mit Workshops zu den Themen Klimawandel, Umweltschutz, Mobilität, Menschenrechte u.a. bekommen die Kinder am 2. Oktober von 8.00 bis 13.00 Uhr Impulse zu verantwortlichem Handeln und Leben.

Weitere Veranstaltungen und Details zur Schöpfungszeit und zum Kirchlichen Umweltpreis finden Sie hier.

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ISSN 2222-2464