Ökumene-Kongress mit 4000 Teilnehmern in München

Zahlreiche Christinnen und Christen aus ganz Europa werden zum Kongress in München erwartet. (Foto: Wikipedia/David Kostner)
Zahlreiche Christinnen und Christen aus ganz Europa werden zum Kongress in München erwartet. (Foto: Wikipedia/David Kostner)

Sturm: „500 Jahre Trennung sind genug“

Wien/München (epdÖ) – Rund 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedener Konfessionen werden von 30. Juni bis 2. Juli zu einem Kongress des ökumenischen Netzwerks „Miteinander für Europa“ in München erwartet. Unter dem Motto „Begegnung. Versöhnung. Zukunft“ werden sich die Teilnehmer über Initiativen und Projekte für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt in Europa austauschen, wie es von Seiten der österreichischen Sektion des Netzwerks heißt. Der Kongress wird von Papst Franziskus, dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., zahlreichen Kirchen und europäischen Institutionen unterstützt.

Themen wie Immigration, Solidarität mit Bedürftigen, der Dialog mit Juden und Muslimen, das Miteinander von Jung und Alt oder die christlichen Beiträge zur Bewältigung der Wirtschaftskrise werden in Impulsvorträgen, Erfahrungsberichten und Diskussionsrunden thematisiert. Den Abschluss der Veranstaltung bildet am 2. Juli eine Kundgebung, die als „Fest der Hoffnung“ gefeiert wird.

„Wir wollen zeigen, dass es gelingen kann, gemeinsam zu arbeiten, einander zu respektieren und voneinander zu lernen, auch wenn wir aus ganz verschiedenen Ecken kommen“, erklärt der evangelisch-lutherische Altbischof Herwig Sturm vom Netzwerk: „Das wünschen wir uns – einen respektvollen Umgang mit der Vielfalt Europas und ein versöhntes Zusammenleben der Kirchen. Denn 500 Jahre Trennung sind genug.“

Ein Weg zur Versöhnung kann über „Runde Tische“ führen – damit beschäftigt sich das „Forum 11“ am Kongress. Der Programmpunkt wird von Altbischof Sturm und Beate Mayerhofer-Schöpf (Erzdiözese Wien) moderiert. „Engagierte Christen aus Kirchen, Freikirchen und Bewegungen finden, ausgehend von der Ökumene der Herzen, zueinander. Sie überwinden alte Trennungen und Positionen, indem sie miteinander Wege der Versöhnung gehen und zunehmend die Einheit des Leibes Christi leben wollen. Der nächste Schritt gilt der Zukunft; sie teilen ihre Charismen,verbinden ihre Ziele als prophetisches Zeichen und erbitten Gottes Geist und Segen für ihr Hören und ihr Tun“, so die Beschreibung des Forum 11 im Programm des Kongresses.
Das internationale Netzwerk „Miteinander für Europa“ ist 1999 anlässlich der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ des Lutherischen Weltbundes und der Katholischen Kirche entstanden. Mittlerweile gehören ihm über 300 christliche Bewegungen aus ganz Europa an, in denen sich evangelische, katholische, anglikanische, orthodoxe und freikirchliche Menschen für die Einheit und Versöhnung der verschiedenen Konfessionen engagieren.

Im Jahr 2001 haben 800 Verantwortliche unterschiedlicher christlicher Gemeinschaften ein „Bündnis der Liebe“ geschlossen, es markiert Start und Ziel der Bewegung. 2014 wurde das Netzwerk „Miteinander für Europa“ mit dem „Europäischen St.-Ulrichs-Preis“ für Verdienste um die Einheit Europas im christlichen Geist geehrt.

Die großen Kirchen und europäischen Institutionen unterstützen „Miteinander für Europa“. Papst Franziskus und der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. senden zum Kongress eine persönliche Videobotschaft. Der Generalsekretär des Europarates Thorbjörn Jagland und der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker haben ihre Schirmherrschaft für den Kongress in München zugesagt.

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, hat der Veranstaltung „Begegnung. Versöhnung. Zukunft“ auch die Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments erteilt. Er betonte die Wichtigkeit, sich gemeinsam für Solidarität und Frieden, für Toleranz und Dialog zwischen den Kulturen und Religionen einzusetzen sowie das Bewusstsein der Zugehörigkeit zu Europa und eine aktive Bürgerschaft zu fördern.

Weitere Informationen zum Kongress sowie zur Anmeldung finden Sie im Internet.

ISSN 2222-2464