„Ökumene jetzt“: Bischof Bünker zeigt Verständnis für Aufruf

Kirchen seien ihren engagierten Mitgliedern Reformen quasi schuldig, sagt Bischof Michael Bünker im Gespräch mit religion.orf.at (Foto: epd/M.Uschmann)
Kirchen seien ihren engagierten Mitgliedern Reformen quasi schuldig, sagt Bischof Michael Bünker im Gespräch mit religion.orf.at (Foto: epd/M.Uschmann)

Deutsche Prominente fordern Ende der Kirchentrennung

Berlin/Wien (epdÖ) – Mit einem Dokument der „Ungeduld“ fordern prominente VertreterInnen des politischen und gesellschaftlichen Lebens in Deutschland ein Ende der Kirchenspaltung zwischen evangelischer und römisch-katholischer Kirche. Während die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz zurückhaltend reagieren, zeigt Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, Verständnis für den Aufruf.

Er begrüße diese Initiative, sagte Bischof Bünker gegenüber religion.orf.at, „weil sie darlegen, dass die Kirchen reformpflichtig sind“. Die Kirchen seien ihren engagierten Mitgliedern Reformen quasi schuldig. Voraussetzung einer Kircheneinheit sei aber die Anerkennung der Evangelischen Kirche durch den Vatikan.

Skepsis hingegen gibt es in Österreich von Römisch-katholischer Seite. Vertreter der „Laieninitiative“ sowie der Plattform „Wir sind Kirche“ gehen nicht davon aus, dass es eine ähnliche Aktion in Österreich geben werde. Gleichzeitig zweifeln sie daran, ob Österreichs Bischöfe auf diese Forderungen eingehen würden.

Die neu gegründete Plattform „Ökumene jetzt – ein Gott, ein Glaube, eine Kirche“  erinnert anlässlich des 50. Jahrestages des Beginns des Zweiten Vatikanischen Konzils und des bevorstehenden Jubiläums „500 Jahre Reformation“ daran, dass beide Kirchen mehr verbinde als trenne. „Wir appellieren an die Kirchenleitungen, die tatsächlichen Entwicklungen in den Gemeinden vor Ort so zu begleiten, dass die Ökumene nicht in ein Niemandsland zwischen den Konfessionen abwandert, sondern die Trennung unserer Kirchen überwindet“, heißt es in dem Aufruf, der unter anderem von Persönlichkeiten wie TV-Moderator Günther Jauch, SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier oder etwa dem ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der von 1964 bis 1970 sowie von 1979 bis 1981 auch Präsident den Deutschen Evangelischen Kirchentages war, unterzeichnet wurde.

ISSN 2222-2464