Öffnet Herzen und Türen – Gegen Verängstigung und Intoleranz

Auf der VEPPÖ-Hauptversammlung haben evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer dazu aufgerufen, Flüchtlingen zu helfen. Im Bild: Zelte vor dem Flüchtlingslager in Traiskirchen. Foto: epdÖ/Uschmann
Auf der VEPPÖ-Hauptversammlung haben evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer dazu aufgerufen, Flüchtlingen zu helfen. Im Bild: Zelte vor dem Flüchtlingslager in Traiskirchen. Foto: epdÖ/Uschmann

Aufruf evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Österreich

Bregenz (epdÖ) – In einer Denkschrift mit dem Namen „Öffnet Herzen und Türen“ rufen die Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelisch-lutherischen und der Evangelisch-reformierten Kirche auf der Hauptversammlung des Vereins Evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer (VEPPÖ) angesichts der Flüchtlinge in Europa dazu auf, „Menschen aufzunehmen, die auf der Flucht sind. Sie sollen Unterkünfte und Hilfe erhalten, die ihre Würde achten und den Menschenrechten entsprechen.“ Initiiert wurde der Aufruf von den Wiener PfarrerInnen Ines Knoll, Margit Leuthold und Arno Preis. In dem Dokument, das im Rahmen der jährlichen Hauptversammlung des VEPPÖ, der Standesvertretung der evangelischen PfarrerInnen in Österreich, am 2. September in Bregenz einstimmig angenommen und publiziert wurde, heißt es wörtlich: „Kein Kind soll unbegleitet und schutzlos sein, keine Frau und kein Mann ausgeliefert und an Leib und Leben gefährdet werden, kein Mensch ohne menschengerechte Chancen und Verfahren bleiben.“

Die Pfarrgemeinden werden ersucht, folgende Fragen zu behandeln: „Welchen Raum, welchen Wohnraum kann unsere Pfarrgemeinde zur Verfügung stellen? Verfügt die Gemeinde über geeignete Grundstücke, um rasch Unterkünfte aufstellen und einrichten zu können? Auf welche Weise können wir Asylsuchende gastfreundlich aufnehmen, sie unterstützen und ihnen auf Augenhöhe begegnen? Wie können wir unsere Stimme erheben gegen Verängstigung und Intoleranz, gegen jegliches Ausspielen von Bedürftigen, gegen menschenverachtende und unbarmherzige Hetze? Welche Möglichkeiten haben wir, Ängste abzubauen, aufzuklären und Begegnungen und Gespräche zu ermöglichen? Auf welche Weise können wir den Diakonie Flüchtlingsdienst in seiner Arbeit unterstützen?“

Mit dem Text rufen die PfarrerInnen „alle Schwestern und Brüder in unseren Pfarrgemeinden und alle, die in unseren Kirchen Verantwortung übernommen haben, auf, dass wir jetzt und in den kommenden Wochen und Monaten unsere Herzen und Türen öffnen, dass wir mit aller Kraft unsere Gemeindediakonie und die diakonischen Einrichtungen unterstützen, dass auch in unseren Pfarrgemeinden eine größere Zahl von geflüchteten Menschen Unterkunft und Aufnahme findet“. Auch weiterhin werden Menschen „bei uns Zuflucht suchen“. Dadurch werde Europa nachhaltig verändert: „Wir rufen als evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer auf, mitzuarbeiten, dass diese Veränderung nicht durch Angst und Abgrenzung, sondern durch Menschlichkeit und Nächstenliebe bestimmt ist.“

Den vollen Wortlaut des Aufrufs finden Sie hier.

ISSN 2222-2464