Oberösterreichische Ökumene traf sich in Linz

Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der oberösterreichischen Ökumene waren der Einladung in den Linzer Bischofshof gefolgt. Foto: Diözese Linz/Kraml
Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der oberösterreichischen Ökumene waren der Einladung in den Linzer Bischofshof gefolgt. Foto: Diözese Linz/Kraml

Superintendent Lehner: Unterschiedliche Entwicklung in Stadt und Land

Linz (epdÖ) – Der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer und die Stiftung „Pro Oriente“ haben am Mittwoch, 29. Mai, erstmals zu einem Ökumene-Empfang geladen. Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der christlichen Kirchen Oberösterreichs waren der Einladung nach Linz gefolgt, wie die Diözese Linz am Freitag in einer Aussendung mitteilte. Kirchliches Leben sei ohne den Einsatz für das christliche Miteinander undenkbar, betonte Bischof Scheuer in seinem Grußwort im Festsaal des Linzer Bischofshofes.

Entscheidend für eine ökumenische Dynamik sei es laut Bischof Scheuer, das alte, ab- und ausgrenzende Paradigma aufzugeben, bei dem die eigene Identität in der Andersheit statt im Gemeinsamen gesucht worden sei. Scheuer wörtlich: „In der Ökumene dürfen wir den jeweils anderen im Lichte Christi sehen. Der gemeinsame Blick auf Christus regelt das Miteinander neu. Da geht es nicht mehr um die Betonung von Gruppenidentitäten oder um Machtspiele. Gegenseitige Annahme ist etwas anderes als gegenseitige Anerkennung. Gegenseitige Annahme eröffnet Verwandlung und relativiert die eigene Position. Ökumene wächst, wenn der Reichtum der Gaben des anderen, seine Charismen und Stärken rezipiert werden.“

Der evangelische Superintendent Gerold Lehner schilderte die Herausforderungen, vor denen die Evangelische Kirche stehe, und erläuterte die sich daraus ergebende Ambivalenz von Resignation und steigendem Engagement. Die unterschiedliche Entwicklung der Pfarrgemeinden vor allem im urbanen und ländlichen Raum gelte es zu berücksichtigen und auf die sich ergebende Situation unterschiedlich zu reagieren. Hierfür sei vor allem pastorale Sensibilität gefordert. Ähnliches ergebe sich auch in der Auseinandersetzung mit der Politik, unter anderem in der Diskussion um die Feiertagsregelungen, so Lehner.

Für die Altkatholische Kirche von Oberösterreich zeichnete Pfarrer Samuel Ebner ein Bild der derzeitigen Lage. Als aus seiner Sicht beinahe verschwindend geringe Minderheit (0,12 Prozent der oberösterreichischen Bevölkerung) würden sich für die Altkatholiken Problemstellungen ergeben, die für die größeren Kirchen kaum vorstellbar sind. Trotz ansteigender Mitgliederzahlen sei es der Kirche beinahe unmöglich, sich Gehör zu verschaffen. In die innerkirchliche theologische Auseinandersetzung würden vor allem die momentanen gesellschaftlichen Veränderungen einfließen, die es ernst zu nehmen und in Angriff zu nehmen gelte, so Ebner.

Auch der „Pro Oriente“-Linz-Vorsitzende Altlandeshauptmann Josef Pühringer hob die Notwendigkeit des Engagements für die christliche Einheit hervor. Vor allem im Hinblick auf gesellschaftliche Entwicklungen müssten die christlichen Kirchen ein gemeinsames Auftreten haben, damit die Stimme der Kirche Gehör finden könne, so Pühringer. Ausgehend vom Gründer von „Pro Oriente“, Kardinal Franz König, mahnte Pühringer ein, die Spaltung des Christentums nicht als Faktum abzutun, sondern alles daran zu setzen, dieses „Ärgernis“ endgültig zu überwinden.

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ISSN 2222-2464