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Oberkirchenrätin Reiner: Orthodoxe Spiritualität ist „fremd und zugleich faszinierend“

Vortragsabend zur Vorbereitung der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu

Wien (epd Ö) – „Der Welt das Licht Christi aufleuchten zu lassen.“ Das ist nach den Worten der lutherischen Oberkirchenrätin Dr. Hannelore Reiner das Ziel der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung, die von 4. bis 9. September 2007 in Sibiu/Rumänien stattfindet.

Bei einem Vortragsabend am 4. Dezember in den Räumen der Rumänisch-orthodoxen Kirche in Wien, zu dem die Stiftung PRO ORIENTE und die Rumänisch-orthodoxe Kirche in Österreich eingeladen hatten, schilderte die Oberkirchenrätin die Geschichte der bisherigen Europäischen Ökumenischen Versammlungen in Basel und Graz, die von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) durchgeführt wurden, und stellte die Frage: „Sind solche Massenveranstaltungen der Weg, das ehemals christliche Abendland zueinander zu führen?“ Die Antwort liege, so Reiner, nicht nur in den Verpflichtungen der von KEK und CCEE beschlossenen Charta Oecumenica, sondern auch in einer „Wiederentdeckung der Orthodoxie im europäischen Raum“. Reiner, die Mitglied des Zentralausschusses der KEK ist, erklärte dazu, die Spiritualität der Orthodoxie wirke auch für Protestanten „fremd und zugleich faszinierend“. Deshalb sei der Veranstaltungsort der Versammlung in Rumänien als einem mehrheitlich orthodoxen Land gewählt worden.

Auch Migration und EU-Beitritt der Türkei werden Themen sein

Ausführlich beschrieb der Studienleiter der KEK, der rumänisch-orthodoxe Erzpriester Univ.-Prof. Dr. Viorel Ionita, die vier Etappen des „Pilgerwegs“ der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung, die das Thema hat „Das Licht Christi scheint auf alle – Hoffnung für Erneuerung und Einheit in Europa“. So habe die erste Etappe im Januar 2006 mit einer Begegnung in Rom begonnen, bei der Papst Benedikt XVI. sich „ermunternd“ geäußert habe. Im Mittelpunkt der zweiten Etappe zwischen Pfingsten 2006 und dem Beginn des Jahres 2007 stehen Treffen auf örtlicher, regionaler und nationaler Ebene, die dem Dialogprozess dienen. Die dritte Etappe beginnt im Februar 2007 mit einer Veranstaltung in Wittenberg, wo die letzten Vorbereitungen für die vierte Etappe, die Versammlung in Sibiu, getroffen werden.

Vor den zahlreichen ZuhörerInnen und hochrangigen Vertretern aus verschiedenen Kirchen Österreichs betonte Ionita, in Sibiu spielten theologische und soziale Themen eine zentrale Rolle, darunter Fragen der Migration und des EU-Beitritts der Türkei. Geplant sei, am Ende der Versammlung konkrete Empfehlungen für die weitere Arbeit zu formulieren.

Der Referent machte darauf aufmerksam, dass Sibiu nicht mehr als rund 2500 TeilnehmerInnen aufnehmen könne, davon seien 2100 offizielle Delegierte. Mit dieser gegenüber den bisherigen Europäischen Ökumenischen Versammlungen stark erweiterten Delegiertenzahl hätten die Kirchen große Möglichkeiten, ihre Anliegen einzubringen.

ISSN 2222-2464