Oberkirchenrätin Reiner: Frohe Botschaft der Grenzöffnung kam völlig unerwartet

Dreitägiges Programm anlässlich 20 Jahre Grenzöffnung in Sopron

Sopron (epd Ö) – Die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Grenzöffnung vor 20 Jahren wurden am Freitag, 3. Juli, in Sopron eröffnet. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der westungarischen Universität in Sopron sprachen János Ittzés, leitender Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn, die österreichische Oberkirchenrätin Hannelore Reiner sowie der Bürgermeister von Sopron, Tamás Fodor, zur Eröffnung. Der Höhepunkt des Abends war die Vorführung des Films „Paneuropäisches Picknick 89 – eine grenzenlose Geschichte“ des Soproner Regisseurs György Kárpáti, der die Ereignisse in Sopron unmittelbar vor der Grenzöffnung im Jahr 1989 zeigt.

Ittzés: Kirchen bieten ein Dach für die Idee der Freiheit

Bischof Ittzés stellte in seiner Begrüßung die große Rolle der Kirchen bei der Öffnung in den Vordergrund: „Die Kirchen bieten ein Dach für die Idee der Freiheit“, so Ittzés. Oberkirchenrätin Reiner erinnerte sich, wie „völlig unerwartet die frohe Nachricht des Mauerfalls für die meisten Menschen kam“. Zugleich mahnte sie aber, dass auch heutzutage noch Grenzen bestehen: „Diese Grenzen erzeugen noch immer Leid und trennen Menschen voneinander.“ Als symbolischen Akt der Gastfreundschaft der Österreicher reichte sie den ungarischen Vertretern Brot und Salz. In Sopron und Umgebung wurde von Freitag, 3. Juli, bis Sonntag, 5. Juli, unter dem Motto „An die Grenzen gehen – 20 Jahre Grenzöffnung“ mit einem dreitägigen Fest der ersten Öffnung der Grenze zwischen Ost und West im Jahr 1989 gedacht. Beteiligt an den Feierlichkeiten waren die Evangelische Kirche in Ungarn, die Evangelische Kirche A.B. in Österreich, die Evangelische Kirche H.B. in Österreich, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern sowie die Reformierte Kirche in Ungarn und die Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich. Auf dem Programm standen unter anderem Podiumsgespräche mit Zeitzeugen, Filmvorführungen und Konzerte.

ISSN 2222-2464