Obdachlosen-WM: Österreich-Team an der Spitze

Beim weltweit ersten „Homeless World Cup“ in Graz kämpften 18 Mannschaften um den Weltmeistertitel

Graz, 16. Juli 2003 (epd Ö) Das österreichische Team hat in Graz die erste Fußballweltmeisterschaft für Obdachlose gewonnen. Die ausschließlich aus jungen Asylbewerbern aus Afrika zusammengestellte Mannschaft schlug am Samstagabend, 14. Juli, im Finale England 2:1. Beim weltweit ersten „Homeless World Cup“ hatten 18 Mannschaften um den Weltmeistertitel gekämpft. Gebildet wurden die Teams aus Obdachlosen, die Straßenzeitungen verkaufen.

Die beiden Finalspiele am Samstagabend wurden nach Angaben der Organisatoren von rund 1.000 Zuschauern auf dem Grazer Hauptplatz verfolgt.

Veranstaltet wurde die Obdachlosen-Fußball-WM im Rahmen des Kulturhauptstadtprogrammes „Graz 2003“ von der steirischen Caritas, ihrer Straßenzeitung „Megaphon“ und der Internationalen Vereinigung von Straßenzeitungen (INSP).

Österreichs Spieler hatten für ein Fußball-Nationalteam ungewöhnliche Namen wie Benjamin Musa oder Kingsley Ekwurdjury. Sie kamen aus dem Kongo, aus Liberia, Nigeria, Kamerun und Senegal als Flüchtlinge nach Österreich und sind in Asylantenheimen der Caritas untergebracht.

„Graz als nahe der EU-Grenze gelegene Stadt wurde immer mehr zu einem attraktiven Schnittpunkt auf den Routen des internationalen Menschenhandels“, heißt es auf der offiziellen Website des „Homeless World Cups“ (www.streetsoccer.org). Soziale Einrichtungen wie die Caritas und „Megaphon“, das meist von Afrikanern verkauft wird, helfen den Flüchtlingen mit Unterkunft und Verpflegung, Integrationsprogrammen – und Sport. Einige der fußballerisch überaus talentierten Spieler hoffen nun auf ein Engagement bei einem Club, wie Judith Schwentner von der Caritas berichtet. Darüber hinaus wollte die Veranstaltung Asylwerber und Obdachlose als leistungsfähige Menschen und nicht nur als „Problemfälle“ öffentlich in den Blickpunkt rücken.

ISSN 2222-2464