NÖ: Land und Kirchen unterstreichen gute Zusammenarbeit

Ökumene zu Gast im NÖ Landhaus: Im Bild von links nach rechts Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Diözesanbischof Klaus Küng und Superintendent Lars Müller-Marienburg. Foto: NLK Reinberger
Ökumene zu Gast im NÖ Landhaus: Im Bild von links nach rechts Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Diözesanbischof Klaus Küng und Superintendent Lars Müller-Marienburg. Foto: NLK Reinberger

Landeshauptfrau Mikl-Leitner lud Kirchenvertreter zu traditioneller Begegnung

St. Pölten (epdÖ) – Angesichts in der Bevölkerung verbreiteter Zukunfts- und Existenzängste müssten Politik und Kirchen gemeinsam versuchen, den Menschen Hoffnung zu geben. Das haben die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Kardinal Christoph Schönborn am Freitag, 16. Juni, bei der traditionellen Begegnung der niederösterreichischen Landesregierung mit Amtsträgern der Katholischen und der Evangelischen Kirche im St. Pöltner Landhaus betont. „Wichtiger denn je“ sei daher die bestehende gute Zusammenarbeit, für die sich die VertreterInnen aus Politik und Kirche gleichermaßen dankbar zeigten.

Die Welt sei unsicherer geworden, verwies Mikl-Leitner bei der Begegnung auf eine „brüchiger gewordene“ Europäische Union und Herausforderungen im Zusammenhang mit Klimawandel, Digitalisierung oder Grenzen des Wirtschaftswachstums. Politik und Kirche müssten die Sorgen der Menschen ernst nehmen, auch weil sich diese sonst von ihnen abwenden würden. „Dabei hilft uns der christliche Glaube und die damit verbundenen Werte“, sagte die Landeshauptfrau.

„Ich bin überzeugt, dass die Kirchen mehr denn je gebraucht werden“, unterstrich Mikl-Leitner weiter, die Gesellschaft solle weiterhin christlich geprägt sein. Dafür notwendig sei neben der Weitergabe der geistigen Werte an die nächsten Generationen auch die der materiellen Werte, verwies die Landeshauptfrau auf die umfassenden Aktivitäten des Landes Niederösterreich zur Erhaltung von Kirchen, Stiften und anderen christlichen Baudenkmälern.

Kardinal Schönborn dankte bei der Begegnung ausdrücklich für das gute Miteinander von Land und Kirchen. „Andiamo avanti – weiter voranschreiten“, zitierte er mit Blick auf die Zusammenarbeit Papst Franziskus. Der „Runde Tisch“ von Politik und Vertretern verschiedener Konfessionen sei auch ein Zeichen dafür, wie das Leben in der Gesellschaft funktionieren könne. „Fürchtet euch nicht“ sei eines der wichtigsten und häufigsten Worte in der Bibel, wandte sich der Wiener Erzbischof einmal mehr gegen Angstmacherei in der Gesellschaft. Terror etwa habe nur dann eine Chance, „wenn sich Menschen auseinanderdividieren lassen und den Mut verlieren“, so Schönborn. „Eine feste Burg ist unser Gott“, zitierte der Kardinal Luthers bekanntes Kirchenlied.

Der niederösterreichische Superintendent Lars Müller-Marienburg erinnerte bei der Begegnung an das diesjährige Reformationsjubiläum, in dem „wir die Erkenntnisse der Reformation feiern, dass Gottes Gnade immer schon da ist, bevor die eigene Leistung beginnt, dass die persönliche Beziehung zu Gott wichtiger ist als die Institution“ und „dass Menschen mündig sind, die Bibel zu lesen und Gewissensentscheidungen zu treffen“. Das Jubiläum trage dazu bei, dass an vielen Orten die Ökumene weiter vertieft werde. Gleichzeitig dürften die Feiern Probleme wie die sinkende Zahl der Gläubigen und den Relevanzverlust der Kirchen im Leben der Menschen nicht überdecken. „Es ist nicht alles in Ordnung“, verwies Müller-Marienburg auf die allgemeine „Krise der Institutionen“. „Uns Evangelischen ist bewusst, dass es uns nicht besser geht, wenn es anderen schlechter geht.“ Notwendig sei vielmehr, gemeinsam am „Klima des Vertrauens“ zu arbeiten, erklärte der Superintendent.

ISSN 2222-2464