NÖ: Gisela Malekpour neue Superintendentialkuratorin

Gisela Malekpour ist neue Superintendentialkuratorin der Diözese Niederösterreich.
Gisela Malekpour ist neue Superintendentialkuratorin der Diözese Niederösterreich.

Diözesansynode wählte Leitungsgremium und Synodale – Weiland: Freiheit in einer Welt der Angst und Zwänge

Langenlois (epdÖ) Gisela Malekpour wurde auf der Superintendentialversammlung am 24. März in Schloss Haindorf in Langenlois zur neuen Superintendentialkuratorin der Evangelischen Kirche in Niederösterreich gewählt. Die 54jährige Ärztin aus der Pfarrgemeinde St. Aegyd-Traisen setzte sich bereits im ersten Wahlgang gegen ihren Mit-Kandidaten durch und erreichte die notwendige Zweidrittelmehrheit. Die Superintendentialkuratorin ist die höchste weltliche Vertreterin einer evangelischen Diözese. Die bisherige Superintendentialkuratorin Erna Moder (Mödling) hat für das Amt nicht mehr kandidiert. Sie wurde von den Delegierten unter starkem Beifall zur Ehrensuperintendentialkuratorin gewählt.

Zu Stellvertretern des Superintendenten mit der Funktionsbezeichnung Senior wurden Pfarrer Karl-Jürgen Romanowski (Bad Vöslau) und Pfarrerin Birgit Schiller (Horn) wiedergewählt. Neu gewählt als Senior wurde Pfarrer Christian Brost (Stockerau). In das Leitungsgremium der Diözese wurden als weltliche Vertreter wiedergewählt Kurator Otto Kramer (Horn) und die Religionspädagogin Veronika Komuczky (Wiener Neustadt). Neu hinzugekommen ist Kurator Franz Errath (Korneuburg). In dieser Funktionsperiode wurde das diözesane Leitungsgremium von 6 auf 8 Personen vergrößert.

In der gesamtösterreichischen Synode vertreten die Diözese Niederösterreich künftig Pfarrer Matthias Eikenberg (Ternitz), Pfarrerin Angelika Petritsch (Wiener Neustadt) und Pfarrerin Roswitha Petz (Krems) sowie als weltliche Delegierte Kuratorin Sybille Roszner (Mödling), Martin Hrabe (Perchtoldsdorf) und Kurator Alfred Mejstrik (Berndorf).

Für das Amt des Synodenpräsidenten wurde Rechtsanwalt Peter Krömer (St. Pölten) nominiert, für den juristischen Oberkirchenrat der burgenländische Richter Erwin Schranz, der Salzburger Rechtsanwalt Eckart Fussenegger, die Wiener Juristen Roland Miklau und Heinz Tichy sowie der derzeitige Kirchenrat Günter Reimeir. Für den wirtschaftlichen Oberkirchenrat haben die niederösterreichischen Delegierten den bisherigen Stelleninhaber Klaus Köglberger, Konzerthaus-Vorstand Günter Tröbinger und die frühere Geschäftsführerin des Pfarrgemeindeverbandes Wien Marjatta Hakanen vorgeschlagen. Hakanen wurde auch genannt als mögliche Kandidatin für den Oberkirchenrat für Innovation und Entwicklung. Weitere Nominierungen für diese Positionen waren der Unternehmensberater Herbert Unterköfler und der Demograph Wolfgang Lutz.

Weiland: Deutlich evangelische Positionen nach außen transportieren

Im Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 erinnerte Superintendent Paul Weiland vor den Delegierten an Luthers Anliegen. Seine Reform habe von Anfang an auf „die ganze westliche Kirche“ gezielt, nie hätte er die Gründung einer „neuen Kirche“ beabsichtigt. So gesehen sei die Evangelische Kirche jene, die in der Tradition der alten Kirche stehe und „die römisch-katholische Kirche die, die sich abgespalten hat“. Das Reformationsjubiläum sieht Weiland als „gute Gelegenheit, nach dem Sinn und Auftrag als evangelische Kirche und der Bedeutung für das Christsein heute“ zu fragen. Dabei müssten auch deutlich evangelische Positionen nach außen transportiert werden. Letztlich gehe es wie schon im 16. Jahrhundert um „Freiheit in einer Welt der Angst und Zwänge“. Evangelische Kirche müsse auch Verantwortung übernehmen: „Wie Sparpakete geschnürt werden und wer die Rechnung bezahlt, das kann der Evangelischen Kirche und evangelischen Christen nicht gleichgültig sein“, so der Superintendent.

ISSN 2222-2464