NÖ: Evangelische mahnen „konstruktive politische Kultur“ ein

Konferenz der PfarrerInnen und KuratorInnen: Im Wahlkampf die politische Verantwortung nicht vergessen

St. Pölten (epd Ö) – Für eine konstruktive politische Kultur auch in Wahlkampfzeiten hat sich die PfarrerInnen- und KuratorInnenkonferenz der Evangelischen Kirche in Niederösterreich auf ihrer Tagung am 6. März in St. Pölten ausgesprochen. Dazu gehörten auch das Streben nach Wahrhaftigkeit im Umgang mit der eigenen Geschichte, der Abbau von Feindseligkeiten und die Stärkung der Solidarität füreinander in Wort und Tat. Politische Verantwortung zeige sich im verantwortungsbewussten Führen und im Vermeiden des Verführens.

Zu einer selbstkritischen Gesellschaft wie auch einer selbstkritischen Kirche gehöre auch der Mut, der eigenen Vergangenheit mit kritischem Verstand und ohne Beschönigung gegenüberzutreten. Verharmlosung, Leugnung oder Relativierung des Nationalsozialismus habe nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun. Tendenzen, die für Unrecht und Rechtlosigkeit stünden oder aber Unfrieden und Friedlosigkeit verursachten, seien klar abzuweisen. Christen müssten sich einmischen, wo es um die Wahrung des Friedens, um den Schutz der Schwachen, um die Abwehr von Ausländerfeindschaft und Hartherzigkeit gegenüber Asylbedürftigen geht.

Menschen zusammenzuführen und zusammenzuhalten sei der gemeinsame gesellschaftliche Auftrag von Kirche und Politik, betonten die leitenden Verantwortlichen der niederösterreichischen evangelischen Gemeinden. Dazu werde die evangelische Kirche auch gerne ihren Beitrag leisten.

ISSN 2222-2464