Niederösterreich: Diakonie-Wohngemeinschaft „Neue Welt“ eröffnet

Sozialtherapeut mit Architektur-Ausbildung plante selbst das Haus für Kinder und Jugendliche in Gaaden

Gaaden (epd Ö) – Das „Diakonie Zentrum Spattstraße“ der evangelisch-methodistischen Kirche hat im niederösterreichischen Gaaden (Gemeinde Hohe Wand) eine neue sozialtherapeutische Kinder- und Jugendwohngemeinschaft für acht Burschen im Alter von 8 bis 15 Jahren eröffnet. Besonderheit der „Wohngemeinschaft Neue Welt“ ist, dass ihr Leiter Thomas Weingraber ausgebildeter Architekt ist; er hat das neu gebaute Haus unter Berücksichtigung der Erfordernisse für die Sozialeinrichtung selbst geplant.

Zwei Fragen seien für ihn zentral gewesen, erklärt Weingraber: „Zum einen, wie man am ehesten den betreuten Kindern und Jugendlichen gerecht wird, die aus verschiedensten Kulturen, Ländern und Religionen kommen und sehr unterschiedliche Lebensgeschichten haben mit sehr verschiedenen Beziehungs- und Heilungsbedürfnissen“. Genauso wichtig sei gewesen, die Betreuer im Alltagsdienst durch die Architektur bei ihrer intensiven Arbeit zu unterstützen.

Herausgekommen ist ein Niedrigenergiehaus mitten im Grünen. Der Bau verfügt über einen großen Atriumbereich. Die Zimmer sind sternförmig angeordnet und können vom Gang aus betreten werden. Aus pädagogischer Sicht erleichtert diese Anordnung die Übersichtlichkeit, gleichzeitig vermittelt sie therapeutisch das Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen, so Weingraber. Im Erdgeschoß befinden sich der Wohnbereich und ein „Trainingszimmer“ für einen Jugendlichen, um diesem den Übergang von der Wohngemeinschaft in eine eigene Wohnung zu erleichtern („innenbetreutes Wohnen“). Für Kinder und Jugendliche, die über einen längeren Zeitraum keine öffentliche Schule besuchen können, wurde ein eigenes Klassenzimmer auf dem Grundstück eingerichtet.

ISSN 2222-2464