Neues Leben für Synagoge Baden

Festakt zur Grundsteinlegung für die Wiederinstandsetzung des Gotteshauses

Baden, 7. Juli 2004 (epd Ö) In Baden (NÖ) wurde Montagnachmittag in einem feierlichen Festakt der Grundstein für die Wiederinstandsetzung der Badener Synagoge gelegt. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll sprach von einer „bewegenden Stunde“, nun sei „ein sehr langer, schier unendlicher Weg in die Zielgerade eingebogen“. Nationalratspräsident Andreas Khol betonte bei der Feier, an der auch der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland teilnahm, die Instandsetzung dieses Gotteshauses sei „ein Tag der Freude“. Und der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien, Ariel Muzicant hielt fest: die beste Brücke in die Zukunft und die beste Vergangenheitsbewältigung sei, „wenn es uns gelingt, wieder jüdisches Leben in Österreich zu verankern“.

Die Synagoge Baden stammt aus dem Jahr 1873 und wurde 1938 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten zwar nicht völlig zerstört, allerdings das Inventar völlig ausgeräumt und geplündert. Die Nazis zweckentfremdeten das Gebäude in der Folge. Erst 1952 wurde die Immobilie an die IKG Wien als Rechtsnachfolgerin der Badener Jüdischen Gemeinde rückgestellt. Auf Grund fehlender Mittel verfiel der Bau zusehends, bis 1998 bereits der Abbruch drohte.

Der Wiederaufbau kostet 2,75 Millionen Euro – für die Hälfte davon kommt das Land Niederösterreich auf und für ein Viertel die Gemeinde Baden. Hinsichtlich des restlichen Viertels bemühte sich Khol in den vergangenen Monaten um Bundesmittel, es gebe hier „feste Zusagen“.

ISSN 2222-2464