Neues Buch sammelt grundlegende Texte von Michael Bünker

Michael Bünker (re) mit seinem neuen Buch, das ihm die Herausgeber Mario Fischer, Karl Schiefermair, Charlotte Matthias und Karl Schwarz (v.l.) überreichten. Foto: epd/Uschmann
Michael Bünker (re) mit seinem neuen Buch, das ihm die Herausgeber Mario Fischer, Karl Schiefermair, Charlotte Matthias und Karl Schwarz (v.l.) überreichten. Foto: epd/Uschmann

„Glauben im Rhythmus der Hoffnung“ in Wien präsentiert

Wien (epdÖ) – Fast zwölf Jahre war Michael Bünker als Bischof die Stimme der evangelisch-lutherischen Kirche in der Öffentlichkeit. Trotz aller Termine und Statements zum Tagesgeschehen ist dabei auch Zeit für Grundsätzliches geblieben: Die Frucht davon ist in einem jetzt erschienen Band nachzulesen, der ihm Rahmen des Abschiedsfestes für Bünker am Samstag, 29. Juni, in Wien präsentiert wurde. Versammelt sind darin „Grundsatzvorträge, Predigten, Rundfunkansprachen, Meditationen und Sachbeiträge“, die sich Themenschwerpunkten wie Europa, Reformation oder Glauben widmen.

So schreibt Bünker etwa im Reformationsjahr 2017, anlässlich einer Konferenz in der Slowakei: „Das Reformationsjubiläum hat uns deutlich gemacht, welcher Schatz uns anvertraut ist. […] Es geht nicht mehr darum, in der Diaspora zu leben, sondern Diaspora zu sein… Samen, Aussaat und Saat zu sein – kurzum: Menschen zu sein, die das Evangelium aussäen.“ Bünker schreibt aber nicht nur optimistisch, er analysiert auch realistisch: „Unserer Gesellschaft ist offensichtlich die Zukunft abhanden gekommen. Für viele in den wohlhabenden Ländern des Nordens, so auch in Österreich, besteht das Maximum an Erwartung darin, dass der Status Quo erhalten bleibt oder die Bedingungen ihres Lebens nicht eklatant schlechter werden. Eine solche Erwartungshaltung will Gegenwart in Permanenz, hat aber keine Hoffnungsbilder für die Zukunft.“ Gegründet bleiben diese Reflexionen und Analysen jedoch immer im Glauben als „eine Bewegung, eine Beziehung, ein Ausgerichtet-Sein und Ausgestreckt-Bleiben von sich weg zu einem anderen hin“. Wer glaubt, so Bünker bei einem Vortrag in Graz, sei „aus sich selbst herausgenommen, ist außer sich und entdeckt sich neu als der, der durch Gottes Gnade in Jesus Christus als neuer Mensch konstituiert ist“.

„Treffsicher, mit einer Leichtigkeit daherkommend, weltgewandt, und doch der Heimat verbunden, süffisant und blitzgescheit“ beschrieb Mitherausgeber und GEKE-Generalsekretär Mario Fischer bei der Präsentation in Wien die Schriften Bünkers. Immer wieder verstehe es Bünker, als Schreibender wie als Gesprächspartner, „den Horizont zu weiten“. Ausgewählte Passagen aus dem Sammelband las Susanne Rossouw-McGuinness.

Neben den Texten findet sich in dem Band eine Bibliographie aller Veröffentlichungen Bünkers seit dem Jahr 1981. Herausgegeben wurde das im Tyrolia-Verlag erschienene Buch „Glauben im Rhythmus der Hoffnung“ von Mario Fischer, Nachfolger Bünkers als Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, Bünkers persönlicher Referentin Charlotte Matthias, Oberkirchenrat Karl Schiefermair und dem Kirchenhistoriker Karl Schwarz. Erhältlich ist das Buch beim Evangelischen Presseverband online unter shop.epv-evang.at, per Mail unter ta.gn1566188784ave@p1566188784ohs1566188784 sowie im Buchhandel.

Fotos von der Verabschiedung finden Sie hier.

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ISSN 2222-2464